Der Traum von der Schaukel Gutes tun für Kinder mit Behinderung

21.11.2016

Sie spielen immer draußen - bei Wind und Wetter. Allerdings können Kinder mit Behinderung die Geräte auf dem Spielplatz des Heilpädagogischen Zentrums Ruhpolding nicht nutzen. Behindertengerechte Spielgeräte werden dringend benötigt.

Noch ist der Spielplatz nur für Kinder ohne Bewegungsbeschränkung geeignet. © Gabriele Riffert

Selina ist ein fröhliches Mädchen, obwohl sie im Rollstuhl sitzt. Aber wenn ihre Freundinnen und Freunde draußen auf dem Spielplatz des Heilpädagogischen Zentrums Ruhpolding sind, wird sie traurig, denn die Spielgeräte sind für sie unerreichbar. Das soll im nächsten Jahr anders werden. Kinder mit eingeschränkter Mobilität sollen dann auch auf dem Spielplatz Spaß haben können. „Es gibt zwei große Wünsche“, erklärt Hans Eckert, der als Leiter der Behindertenhilfe des Behandlungszentrums Aschau auch für die Ruhpoldinger Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) zuständig ist.

Ein „Matschraum“ regt die Kreativität an

„Der eine Wunsch ist eine Rollstuhlschaukel, der andere ein Rollstuhlkarussell“, sagt der Sozialpädagoge und Betriebswirt und ergänzt: „Schön wären auch Lagerungsmöglichkeiten, damit die Kinder auch einmal im Freien aus dem Rollstuhl herauskommen.“ Finanziert werden diese Geräte durch Spenden, die am Jugendopfersonntag in den Kirchen der Erzdiözese zu Gunsten der Katholischen Jugendfürsorge und ihrer Einrichtungen gesammelt werden. Einen Eigenanteil kann das Heilpädagogische Zentrum in Ruhpolding leisten. Dort gibt es nämlich ein Förderzentrum geistige Entwicklung, das auch von Jugendlichen der Berufsschul-Stufe besucht wird. Sie sind handwerklich geschickt. „Wir können in einem Schulprojekt die vorhandenen Geräte sanieren, aber beim Kauf der rollstuhlgerechten Spielgeräte sind wir dankbar für Unterstützung“, betont Eckert.

Die Kollekte kommt den Kindern zugute

Auf die Kollekte zum Jugendopfersonntag freuen sich auch die Mitarbeiter und Kinder der Frühförderstelle Piding. „Sie ist jetzt noch im Heilpä-
dagogischen Zentrum untergebracht, das aus allen Nähten platzt“, erklärt Günther Mayer, der Leiter der Therapien und Fachdienste des Einrichtungsverbunds Aschau ist. „Die Frühförderstelle zieht deshalb in neue Räume in der Nachbarschaft um, die aber erst noch ausgestattet werden müssen“, erzählt der Sozialpädagoge und Psychologe. Dort soll es einen so genannten „Matschraum“ geben, in dem man mit Ton arbeiten kann.

„Die Kinder, die die Frühförderstelle in Piding besuchen, sind alle im Vorschulalter“, erzählt Mayer. Der Besuch der Frühförderstelle wird ärztlich angeordnet, zum Beispiel weil ein Kind Entwicklungsverzögerungen zeigt, sich etwa noch nicht so bewegen oder so sprechen kann wie Gleichaltrige. In der Frühförderstelle erhält es – je nach Bedarf – die passende Förderung, etwa durch Ergo- oder Logotherapie. Auch Bewegungserziehung wird angeboten. Dabei ist das „Bällebad“ bei den Kindern sehr beliebt, denn es macht ihnen einfach Spaß, sich durch die vielen Kugeln hindurchzuwühlen. Und im „Matsch-
raum“ können sie kreativ sein, ohne dass jemand schimpft, weil Ton auf den Boden fällt. (Gabriele Riffert)

Am Sonntag, 27. November, ist der diesjährige „Jugendopfersonntag“. Die Kollekte kommt den Einrichtungen der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) zugute.


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