Ausstellung Halt finden

06.12.2018

Ausstellung mit Interviews zu Lebensbrüchen

Mühldorf. Es ist fast unmöglich, ein ganzes Leben lang nur auf der Sonnenseite zu stehen. Häufig bekommen Lebensbiographien irgendwann Risse, die den Betroffenen aus der Bahn werfen. Manchmal schon im Kindesalter. Um diese Zerbrechlichkeit des Lebens dreht sich jetzt eine ganz besondere Ausstellung, die bis Montag, 3. Dezember, im Foyer der Kreissparkasse Mühldorf (Katharinenplatz) zu sehen war.

Das Katholische Kreisbildungswerk (KBW), vertreten durch Geschäftsführerin Annette Langner-Pitschmann, die Behindertenseelsorge der Stiftung Ecksberg, vertreten durch Ann-Kathrin Lenz-Honervogt sowie Krankenhaus-Seelsorger Martin Kuhn und Senioren-Seelsorger Michael Tress konzipierten gemeinsam eine Ausstellung mit dem Titel „Halt finden. Wenn das Leben einen Riss bekommt“. Die kleine Schau, ausgerüstet mit Texttafeln und Symbolbildern, thematisiert Krisen, Brüche und Risse im menschlichen Dasein. Dahinter stecken die Fragen „Wie gehe ich mit Krisen um, was gibt mir in schwierigen Zeiten Halt und wie gewinne ich meine Lebensfreude zurück?“.

Wanderausstellung zu unterschiedlichen Lebensgeschichten

Langner-Pitschmann eröffnete nun die Wanderausstellung und konnte bei der Vernissage zahlreiche Gäste begrüßen. Die KBW-Geschäftsführerin bedankte sich bei den sieben Personen, die sich im Vorfeld der Ausstellung für Interviews zur Verfügung stellten. Die Besucher erfahren anhand der Texttafeln von sieben unterschiedlichen und ergreifenden Lebensgeschichten. Da geht es um Gewalt in der Kindheit, um verwaiste Eltern, um Scheidungskinder, aber auch um Migration, um eine Psychoseerkrankung, um Pflege von Demenzkranken und darum, wie das Leben mit einem Kind mit Behinderung aussieht.

Die Verantwortlichen der Ausstellung führten die Interviews und erfuhren so von den einzelnen Schicksalen, aber auch davon, welche Bewältigungsstrategien die Betroffenen entwickelten. Ein Ziel der Ausstellung ist es, schwerste, häufig tabuisierte Lebenssituationen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu heben und so ein Gesprächsforum zu bieten. Wie Tress betont, versteht sich die Kirche auch als Ansprechpartner und Anwalt der betroffenen Menschen. (Ursula Huckemeyer)

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Kreissparkasse zugänglich. Ab Samstag, 8. Dezember, ist die Präsentation im Waldkraiburger Rathaus aufgebaut. Sie ist dort bis Freitag, 18. Januar zu sehen.


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