Weihnachtsliturgie und Corona Hausgottesdienst statt Christmette

23.12.2020

Wer an Heiligabend einen Kirchgang vermeiden will oder keinen Platz in der Kirche bekommt, muss nicht zwingend auf den Gottesdienst verzichten. Auch zuhause kann gefeiert werden.

ein Mädchen und eine alte Dame beten gemeinsam
Besonders für Familien sind Hausgottesdienste in dieser Weihnachtszeit eine schöne Alternative zum Kirchgang. © halfpoint - stock.adobe.com

Weihnachtszeit ist Gottesdienstzeit. Der Heiligabend, die anschließenden Feiertage und der Jahresbeginn sind geprägt von festlich gestalteten Messen. In diesem Jahr aber kann die gemeinsame Feier vor Ort in den Kirchen nur eingeschränkt stattfinden. Wer nicht auf das gemeinsame Gebet verzichten will, kann den Gottesdienst zu sich nach Hause holen.

Neben der Vielzahl an Livestreams sind Hausgottesdienste eine schöne Alternative zu den üblichen Messen: Für die Zeit von Heiligabend bis zum Fest der Taufe des Herrn am 10. Januar bietet das Erzbistum vielfältige Vorschläge für Hausgottesdienste, die auf der Homepage zur Verfügung stehen. Die Vorlagen für die Wortgottesfeiern beruhen auf den Texten und Ordnungen der Liturgie und können gleichzeitig beliebig angepasst und erweitert werden. Für Familien mit Kindern gibt es eigene Ideen zu Familiengottesdiensten.

 

Was braucht man für einen Hausgottesdienst?

Schön wäre eine kleine Tischdecke, auf der man ein Kreuz platzieren kann. Dazu kommt noch eine Kerze, die zu Beginn des Gottesdienstes angezündet wird. Die Eltern sollten vorab die Lesung aus dem Evangelium des jeweiligen Tages vorbereiten. Und wenn die Kinder mögen, können sie ein paar Lieder heraussuchen. Man darf auch durchaus ein paar Getränke und Snacks bereitstellen - und dann kann es eigentlich schon losgehen.

Wie läuft ein Hausgottesdienst ab?

Das Schöne an Wortgottesdiensten ist, dass man sie relativ frei gestalten kann. Allerdings sollten sie in einem bestimmten Rahmen stattfinden. Da ist es auch wieder sehr hilfreich, den Vorlagen auf der Erzbistums-Homepage zu folgen. Man beginnt zunächst mit dem Kreuzzeichen und entzündet dann die Kerze. Als Nächstes kommt das erste Lied und danach liest der Vater oder die Mutter das Evangelium. In ausführlicheren Vorschlägen kommen vor dem Evangelium noch Christus-Rufe, ein Gebet und die Lesung. Nach einer kurzen Zeit der Stille kann jeder, der möchte, eine Fürbitte sagen. Gerade Kinder formulieren oft erstaunliche Fürbitten. Dann betet man gemeinsam das Vaterunser. Und zum Schluss singt man ein Segenslied oder der Vater bzw. die Mutter erbittet den Segen Gottes.

Wie lange sollte eine Hausandacht dauern?

Man richtet sich am besten nach dem Alter der Kinder. Wenn Kleinkinder mit dabei sind, sollte der Gottesdienst höchstens 15 bis 20 Minuten dauern. Wenn die Kinder schon Jugendliche sind, kann man natürlich auch länger machen. Da kann man sich dann zum Beispiel auch über das Evangelium austauschen. Jeder sagt, was ihn angesprochen hat oder was ihm besonders aufgefallen ist. Das wäre noch eine Möglichkeit, die Andacht intensiver zu gestalten.

Zum Schluss ein Liebesmahl

Um den Gottesdienst abzurunden, kann man mit den vorbereiteten Getränken und Snacks eine Agape abhalten, auf Deutsch: ein Liebesmahl feiern. Das ist eine Tradition aus der frühen Kirche, die noch einmal herausstellt, dass es die Liebe Gottes ist, die die Gemeinschaft und damit auch die Familie zusammenhält. Und das symbolisiert sich natürlich auch in dem vielen guten Essen, dass Gott uns für die Agape schenkt. (ph/hw)

Die Vorlagen für Hausgottesdienste vom 24. Dezember bis zum 10. Januar stehen auf der Homepage des Erzbistums München und Freising als Download zur Verfügung.

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Advent & Weihnachten

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