Wegen Corona-Pandemie Heiliges Grab in Höglwörth wird nicht aufgebaut

17.03.2020

Es ist nur alle drei Jahre zu sehen und heuer sollte es wieder aufgebaut werden: das Heilige Grab in Höglwörth. Daraus wird aber leider nichts. Der Verein, der sich um das Heilige Grab kümmert, hat den Aufbau wegen des Corona-Virus abgesagt. Ein Interview mit Max Feck, Mesner in Höglwörth.

Das Heilige Grab in Höglwörth: Jesus Figur liegend, um ihn herum viele bunte leuchtenden Kugeln.
Das Heilige Grab in Höglwörth © EOM

mk-online: Warum haben sie sich denn entschlossen, das Heilige Grab in diesem Jahr nicht zu zeigen. Es sollte ja erst von Karfreitag bis Ostern, also vom 10. bis 12. April zu sehen sein?

Max Feck: Ja, das ist dank Corona und das Gesundheitsamt hat das ja auch dementsprechend empfohlen. Bei uns ist das so: An gewissen Tagen kommen da zehn- bis zwölftausend Leute zusammen. Also da ist das dann schon angebracht, dass man ein bisschen aufpasst uns sagt „lieber nicht!“.

Mit welchen Gefühlen haben Sie denn die Absage getroffen?

Feck: Mit schweren Gefühlen, weil dieses Grab ja nur alle drei Jahre ist. Insofern ist das für jedes Mitglied – wir haben einen Verein, den Heilig-Grab-Verein – natürlich auch immer eine Freude. Die freuen sich natürlich darauf, wenn man das alle drei Jahre aufstellt und dann kommt plötzlich die Absage; das ist ja nicht so schön!

Das Heilige Grab existiert seit 1836. Gab es schon früher Zeiten, in denen es nicht aufgebaut wurde?

Feck: Ja, wir haben natürlich auch schon wegen Restaurierungsarbeiten verschieben müssen – das ist klar. Das sind aber Gegebenheiten, die man vorhersehen kann. Dass man während der Restaurierung nicht in den Raum rein kann ist ja klar, aber sonst hat es eigentlich solche Sachen wie jetzt zum Beispiel nie gegeben, soweit das auch nachlesbar ist und ich kann mich sowieso nicht daran erinnern. Es können aber viele andere auch bestätigen, dass das noch nie da war.

Was ist denn das Besondere an diesem Heiligen Grab in Höglwörth?

Feck: Es ist eines der größten Gräber und es ist kein Kulissengrab in dem Sinne, sondern ein lebendiges Grab. Lebendig insofern, dass man da vieles im Laufe der Jahrhunderte mit reingepackt hat. Man hat natürlich versucht, dass man das Grab von Jerusalem, diese Großartigkeit des Grabes immer besser ausgebaut und den Leuten bei uns zeigt wie schön und wie großartig das ist. Und dann hat man natürlich Kugeln mitreingepackt, dann man hat weinende Frauen mitreingepackt, dann hat man einen Sternenkranz, der ständig läuft mitreingepackt und die Engel die dann um diesen Kranz fliegen. Also man hat alle möglichen Sachen probiert und gezeigt, dass man da diese Lebendigkeit den Leuten mitteilt. Es geht ja auch um das, dass das Grab drei Funktionen darstellt: Das ist einmal die Grablegung – es heißt ja schon das Heilige Grab – und die Kreuzigung ist ja oberhalb von dem Grab und letztendliche unseres Glaubens, die Auferstehung in Form der Monstranz, die da im Mittelpunkt steht.

Werden die Gläubigen das Grab dann erst wieder 2023 zu sehen bekommen, oder wollen Sie den diesjährigen Aufbau nachholen?

Feck: Nein, nein! Das ist um ein Jahr verschoben. Sollte es der Corona-Virus zulassen, stellen wir es nächstes Jahr auf. (Das Interview führten Ivo Markota und Nico Kellner)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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