Ausstellung in Fürstenfeldbruck Heilige Leidenschaft

18.01.2017

Er hatte eine wahre Leidenschaft für Heilige: Pfarrer August Aumiller, aus dessen Privatsammlung nun im Museum Fürstenfeldbruck Heiligendarstellungen zu sehen sind. Dort kann man berühmten Rittern, Büßern aber auch gänzlich Unbekannten begegnen.

Die Ausstellung zeigt auch Darstellungen unbekannter Heiliger. © Museum Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck – Alle Heiligennamen kennen wohl nicht einmal die größten Experten, denn im „Martyrologium Romanum“, dem Verzeichnis aller Heiligen und Seligen, werden in der Ausgabe von 2004 mehr als 7.400 Namen aufgeführt. Wer sich darin aber sehr gut auskannte, war der Fürstenfeldbrucker Bäckerssohn, Hofkaplan und leidenschaftliche Kunstsammler August Aumiller (1868-1929). Mit großer kunsthistorischer Sachkenntnis hat er vor allem Skulpturen und Gemälde von heiligen Frauen und Männern zusammengetragen.

Mit seinen Erwerbungen aus Klöstern und Kirchen, von Dulten, Händlern, Bauern und Priesterkollegen brachte er es auf eine stattliche Sammlung von mehr als 2.000 Kunstwerken vom Mittelalter bis zum Rokoko. Dabei rettete er nicht nur zahlreiche Objekte aus der säkularisierten Zisterzienserabtei Fürstenfeld vor dem Verkauf, sondern gründete mit Brucker Bürgern 1903 auch ein historisches Museum. Dessen Nachfolger, das Museum Fürstenfeldbruck, feiert nun mit der Ausstellung „Leidenschaft für Heilige“ sein 25-jähriges Bestehen und widmet seine Jubiläumsschau der längst verstreuten Sammlung Aumillers, den Heiligen, ihren Legenden und Attributen sowie ihrer Rolle in unserer Zeit. Zu sehen sind unter anderem Werke von Jörg Breu dem Älteren, Johann Heinrich Schönfeld, Carlo Marrati und Lorenz Luidl. Viele der Objekte sind Leihgaben aus Privatsammlungen oder vom Diözesanmuseum Freising.

Drachentöter und Kirchenväter

Auf violetten Stellwänden und in effektvoller Beleuchtung präsentiert die Ausstellung mit rund 50 Exponaten (Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Hinterglasbilder) ein richtiges „heiliges Theater“, in dem berühmte wie unbekannte Heilige ihren Auftritt haben: der heilige Drachentöter Georg als Besieger des Bösen in der Mitte des Saales, Johann Nepomuk, Antonius von Padua, die Kirchenväter Augustinus und Hieronymus (als Büßer), Hedwig von Andechs, Kunigunde, aber auch selten gehörte Heilige wie Christina von Bolsena oder Alexius von Edessa.

Um ihre Identität und Bedeutung verständlich zu machen, wurden sie mit typischen Gegenständen, Gewändern oder auch mit Tieren dargestellt. Der „Star“ unter den Heiligen in der Kunst ist Maria, die Mutter Gottes. Da sie in der Bibel kaum beschrieben wird, hatten die Künstler bei ihrer Darstellung große Freiheiten. (Karl Honorat Prestele)

Die Ausstellung „Leidenschaft für Heilige“ ist bis 24. September 2017 im Museum Fürstenfeldbruck zu sehen (Fürstenfeld 6). Ein Katalog ist für 8,90 Euro in der Ausstellung erhältlich.


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