Fasching Heilige mit guter Laune

28.02.2019

Jetzt im Fasching kann man auch in der Kirche mal alle Fünfe gerade sein lassen. Oder etwa nicht? Schließlich ist der Glaube doch etwas Ernstes! Hier sind drei Heilige, die das Gegenteil beweisen.

Der heilige Philipp Neri
Der heilige Philipp Neri © Pfarrei Herz Mariä Kassel

Der heilige Philipp Neri
Schon als kleines Kind versprühte Philipp Neri so viel Freude und Güte, dass die Leute ihn den kleinen, guten Philipp nannten. Eine Anekdote berichtet, dass er als Jugendlicher im Internat oft zu spät zum Unterricht kam. Philipp kam einfach nicht aus dem Bett. Eines Tages ermahnte ihn sein Erzieher: "Wenn es läutet, stell dir vor, du bist im Fegefeuer und Gott ruft dich." Am nächsten Tag war Philipp aber schon wieder verspätet, und seinem Erzieher erklärte er das so: "Ja, ich dachte an das Fegefeuer. Dann aber sagte ich zu mir selbst: Du hast schon so viele Dummheiten gemacht, Du musst wohl länger im Fegefeuer bleiben – und da bin ich einfach liegen geblieben." Auch später als Priester hat er seinen Humor nicht abgelegt. Eines Tages sollte Philipp prüfen, ob eine bestimmte Schwester, die im Ruf der Heiligkeit stand, wirklich heilig sei. Die Aufgabe löste er so: Er wartete einen Tag ab, an dem es stark regnete. Dann ging er, durch Schmutz und Schlamm stapfend, zum Kloster, ließ die betreffende Schwester rufen und bat sie, ihm seine Schuhe zu säubern. Die vermeintlich Heilige lehnte das empört ab. Und lächelnd ging Philipp Neri wieder nach Hause. Kein Wunder, dass dieses Schlitzohr zum Patron der Komödianten ernannt wurde.

Der heilige Laurentius
Kein zweiter Heiliger war wahrscheinlich so sarkastisch wie der Heilige Laurentius. Der war ein frommer Diakon in der Urkirche und hatte eine wichtige Aufgabe: er verwaltete den Kirchenschatz. Der römische Kaiser, der ein habgieriger Mann war, wollte Laurentius zwingen, den Schatz herauszurücken. Laurentius aber veräppelte ihn, und brachte ihm statt Gold und Silber die Armen und Kranken, die er mit Almosen versorgte. Das machte den Kaiser so zornig, dass er befahl, Laurentius bei lebendigem Leib auf einem eisernen Rost zu grillen. Die Legende berichtet, dass Laurentius sein Martyrium mit viel sarkastischem Humor ertragen hat. Nachdem er schon einige Zeit auf dem Grill geröstet worden war, sagte der Heilige zu seinen Peinigern: "Auf einer Seite bin ich schon gar. Ihr könnt mich jetzt umdrehen, damit ich ganz durch werde." Und als er schon am ganzen Leib verbrannt war, rief er aus: "Das Fleisch ist fertig, ihr könnt essen." Vielleicht war es ja auch diese unglaubliche Fröhlichkeit, die viele Römer nach Laurentius Martyrium dazu bewegt hat, Christ zu werden.

Der heilige Papst Johannes XXIII.
Er gehört wohl zu den ganz wenigen Päpsten in der Kirchengeschichte, die in der Lage waren, sich selbst als nicht so wichtig anzusehen. Johannes liebte es, sich selber auf die Schippe zu nehmen. Als er gerade zum Papst gewählt worden war, soll er gesagt haben: "Papst kann jeder werden, der Beweis bin ich!" Oder als eine Schwester sich ihm als "Oberin der heiligen Dreifaltigkeit" vorgestellt hat, soll er bemerkt haben: "Ich bin nur der Stellvertreter vom Sohn!" Johannes spazierte auch gerne spontan durch die vatikanischen Gärten, so dass die Sicherheits-Beamten die Kuppel des Peterdomes nicht rechtzeitig für die Besucher schließen konnten, so wie es damals üblich war. "Warum müssen Sie überhaupt die Kuppel sperren?", fragte der Papst die Sicherheitskräfte. "Weil man Sie sonst sehen könnte, Heiligkeit", erwiderten sie entsetzt. "Die Leute sind Touristen." Der Papst entgegnete hinterlistig: "Machen Sie sich keine Sorgen. Ich verspreche Ihnen, nichts Anstößiges zu tun." Schließlich kam Johannes noch auf die Idee, ein Konzil einzuberufen. Als er den Kardinälen seine Pläne dazu vorstellte, war er schon 77 Jahre alt. Als Johannes mit seiner Rede fertig war, rief ein 80jähriger Kardinal begeistert: "Ich helfe Ihnen!" Darauf der Papst: "Es wird viel Arbeit sein, überlasst es uns Jungen."

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Fasching

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