Allerheiligen und Allerseelen Heilige, Verstorbene und Hefebrezen

31.10.2017

Allerheiligen am 1. November und Allerseelen, einen Tag später, sind Gedenktage, die sich in vielen Regionen immer mehr vermischen. Was die Unterschiede sind, erfahren Sie hier.

Allerheiligen und Allerseelen: Gedenken an die Verstorbenen.
Allerheiligen und Allerseelen: Gedenken an die Verstorbenen. © Fotolia.com/mbanaszk

München – Das allgemeine Totengedächtnis fällt für die Christen alljährlich auf den 1. November, das Hochfest Allerheiligen. Die Ursprünge reichen bis ins vierte Jahrhundert zurück. Ursprünglich lag der Termin im Umkreis von Ostern. Ab dem achten Jahrhundert wurde das Fest, zunächst in England und Irland, später auch in der übrigen abendländischen Kirche am 1. November gefeiert. Entstanden ist das Fest aus der Verehrung der Märtyrer, die wegen ihres christlichen Glaubens starben und als Heilige verehrt wurden. Es schließt jedoch heute neben den kanonisierten Heiligen auch "Brüder und Schwestern, die schon zur Vollendung gelangt sind" ein, also Verstorbene, die zwar nicht heilig gesprochen sind, aber ein gläubiges Leben führten.

Der 2. November ist dann dem Gedächtnis aller Verstorbenen gewidmet. Dieses Fest geht auf Abt Odilo der französischen Benediktinerabtei Cluny (994-1048) zurück, der damals für alle Klöster seines großen Verbands bestimmt hatte, am Tag nach Allerheiligen das Gedächtnis aller Verstorbenen durch Messen und Psalmen zu begehen und Almosen an die Armen zu verteilen. Aber erst Papst Benedikt XV. führte Allerseelen 1915 als katholischen Trauertag für die Gesamtkirche ein.

Seelenbreze und Seelenwecken

Lange Zeit war eine Almosengabe eng mit dem Totenkult verknüpft. So gibt es aus dem Jahr 1762 im schwäbischen Oberschönenfeld Hinweise auf die "Seelenbreze", die an Grabkreuze gehängt wurde. Bis heute hat sich in Schwaben und Oberbayern vereinzelt der Brauch gehalten, dass Patenkinder am 1. November einen "Seelenwecken" geschenkt bekommen. Der Hefeteig in Form einer Ellipse gebacken soll die Seele verkörpern. Im 15. Jahrhundert wurden an Allerheiligen Seeelenzöpfe oder Brote zunächst auf die Gräber gelegt und dann an die "armen Seelen", an in Armut lebende Menschen verteilt. Vielerorts versammeln sich die Gläubigen bereits am Nachmittag des Allerheiligentages auf den Friedhöfen zu feierlichen Gottesdiensten und Gräbersegnungen, um besonders ihrer verstorbenen Angehörigen zu gedenken.

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