Bericht zur Christenverfolgung Heiße Eisen, die uns herausfordern

02.07.2013

Das ist ein wichtiger Beitrag, den die katholische und evangelische Kirche leistet mit diesem „Ökumenische Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit“.

Anian Christoph Wimmer ist Chefredakteur der Münchner Kirchenzeitung. (Bild: Münchner Kirchenzeitung)

Das Thema ist viel wichtiger als viele andere Geschichten, die durch unsere Medien geistern, wenn es um Glaube und Kirche geht, vor allem die katholische(n).

Wer genauer hinschaut, merkt schnell: Eigentlich sind es sogar zwei heiße Eisen, um die es hier geht. Zum einen die wachsende Verfolgung von Christen weltweit. Von der Gängelung bis hin zum Mord, von Taten verschiedener Islamisten bis hin zu offiziellen Einschränkungen durch staatliche Behörden in China, Ägypten, Indonesien: Die Lage hat sich verschlimmert, auch und vor allem für die mit Abstand meistverfolgte Religionsgruppe – uns Christen.

So beunruhigend die vorgelegten Zahlen des renommierten Pew Research Center sind: Es geht um mehr. Hier wird nicht nur ein himmelschreiendes Unrecht verhandelt, sondern auch unser eigener Umgang damit. Solidarität mit den Verfolgten bedeutet zwangsläufig auch eine Auseinandersetzung mit unserem eigenen Verhältnis zu Glaube und Kirche. Was tun wir als Christen für die Glaubensfreiheit im Nahen Osten, in Nordafrika, in Fernost und Südostasien? Beten wir für die Verfolgten – egal welchen Glaubens diese sind? Fragen wir unsere politischen Vertreter, ob und wie sie Druck ausüben? Und wie begegnen wir Katholiken der wachsenden Intoleranz gegenüber unserem Glauben und unserer Kirche in der eigenen Öffentlichkeit und Gesellschaft? Nehmen wir die Tatsache ernst, dass damit nicht nur eine „Amtskirche“ gemeint ist, sondern wir Christen selber?

Neulich sagte ein kirchlicher Mitarbeiter zu mir, er schäme sich, wenn im Gespräch mit neuen Bekanntschaften die Frage auf- kommt, für wen er arbeitet. Die Reaktion sei oft negativ, und er gerate in eine Art Erklärungsnot. Unweigerlich stellte sich mir die Frage, wie wohl ein katholischer Christ aus dem Irak, aus China, Indonesien, Pakistan oder Nigeria darauf reagieren würde.

Anian Christoph Wimmer ist Chefredakteur der Münchner Kirchenzeitung.

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