Jugendopfersonntag 2015 Helfen, eine neue Heimat zu finden

21.11.2015

Traditionell kommt die Kollekte am Jugendopfersonntag der Katholischen Jugendfürsorge im Erzbistum zugute. In diesem Jahr werden mit den Geldern Wohnprojekte für ungebleitete minderjährige Flüchtlinge unterstützt. Wie die jungen Asylsuchenden in einem ehemaligen Schülerwohnheim ein neues Zuhause finden, lesen Sie hier.

Seit 25 Jahren ist Ulrich Pointner bei der Katholischen Jugendfürsorge tätig. Mit viel Engagement und Leidenschaft setzt er sich für die minderjährigen Flüchtlinge ein. (Bild: SMB/Knezevic) © SMB/Knezevic

München – Musik tönt durch die Gänge. In der Gemeinschaftsküche wird gerade eine Suppe gekocht. Drei Jugendliche bereiten gemeinsam ihr Mittagessen zu. Auf den ersten Blick ein ganz „normales“ Bild  in einem Schülerwohnheim. Doch der Eindruck täuscht. Die Jugendlichen, die hier in der Küche gemeinsam kochend stehen und ein Lied, das aus einem auf dem Tisch liegenden Handy erklingt, mit summen, haben Schreckliches durchlebt. Sie alle sind geflohen vor Krieg, Folter, Hunger und anderem Elend in ihrer Heimat und haben nach einer langen Odyssee im Haus in der Theodolindenstraße im Müncher Stadtteil Harlaching in einem Wohn- und Integrationsprojekt der Katholischen Jugendfürsorge Unterkunft und Schutz gefunden. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die einen langen und traumatischen Fluchtweg hinter sich haben, finden hier Ruhe und Frieden.

Rund-um-die-Uhr-Betreuung

Ulrich Pointner, Leiter des Sozialpädagogisch Betreuten Wohnens (SBW-Flexible Hilfen) kennt die Schicksale dieser Jungen. Mit viel Engagement und Leidenschaft setzt er sich für die jungen Flüchtlinge, ihre Anliegen und Bedürfnisse ein. „Wir haben hier tolle Möglichkeiten in diesem Haus“, erklärt Pointer „schon allein die Möglichkeit, dass die Jugendlichen hier eigene Zimmer haben und sich zurückziehen können, ist etwas sehr Wertvolles“, so Pointner weiter. Die minderjährigen Flüchtlinge sind traumatisiert, werden therapeutisch betreut und erhalten auch im Haus eine „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“. Die meisten haben großes Heimweh und versuchen den Kontakt zu ihren Familie zu halten. Ein zweischneidiges Schwert, wie Pointner zu berichten weiß, denn schlechte Nachrichten oder gar Todesfälle von Familienangehörigen werfen die Jugendlichen wieder vollkommen aus der Bahn. In solchen Fällen sind die Betreuer und Betreuerinnen besonders gefordert. „Keine leichte Aufgabe“, sagt Pointner. Ein strukturierter Tagesablauf mit beispielsweise Deutschunterricht, Schule, Sport und anderen Aktivitäten hilft das Erlebte zu verarbeiten. Die Jugendlichen nehmen die Angebote dankbar und sehr motiviert an, erzählt er.


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