Sant'Egidio feiert Fest für Bedürftige Helfer für Weihnachtsmahl gesucht

20.12.2018

Zwei Münchner Kirchen schaffen ihre Kirchenbänke an Weihnachten raus. Statt zu beten, wird dort gegessen. Die christliche Gemeinschaft lädt Bedürftige zu einem Festmahl ein. Es wird auch ein besonderer Gast erwartet.

Das Weihnachtsmahl der Gemeinschaft Sant'Egidio für Bedürftige in der Basilika Santa Maria in Trastevere in Rom.
Das Weihnachtsmahl der Gemeinschaft Sant'Egidio für Bedürftige in der Basilika Santa Maria in Trastevere in Rom. © imago

München – Die christliche Gemeinschaft Sant'Egidio feiert in München am ersten und zweiten Weihnachtstag jeweils ein Mahl für besondere, eigens geladene Gäste. Am 25. Dezember öffneten sich die Tore der Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen und am Tag darauf die von Mariä Sieben Schmerzen im Hasenbergl für geflüchtete Kinder und Erwachsene aus der Bayernkaserne, alte Menschen aus Heimen, obdach- und mittellose Menschen aus der bayerischen Landeshauptstadt. Das teilte die Gemeinschaft am Mittwoch mit. Direkt nach den Gottesdiensten würden die Kirchenbänke aus den Sälen geschafft, um Raum für das gemeinsame Essen zu schaffen.

Besonderer Gast ist Kardinal Marx

Für die beiden Veranstaltungen sucht die Gemeinschaft nach eigenen Angaben noch freiwillige Helfer. Auch würde man sich über weitere Geschenkspenden freuen. Mit jedem der Geladenen verbinde Sant'Egidio eine persönliche Geschichte: sei es durch regelmäßige Besuche in Altenheimen, durch wöchentliche kostenlose Mittagessen für über 100 ärmere, meist ältere Menschen oder durch die "Schule des Friedens" für Kinder aus sozialen Brennpunkten. Als besonderer Gast habe sich für den zweiten Weihnachtsfeiertag der Münchner Kardinal Reinhard Marx angekündigt.

Das Büro von Sant'Egidio in München ist erreichbar unter Telefon (0 89) 38 66 76 80 oder per Mail.

Derzeit gebe es vieles, was Anlass zur Sorge biete, heißt es in der Mitteilung. Dazu gehörten etwa steigende Mieten und kleine Renten. Dies und anderes führe zu Altersarmut und Obdachlosigkeit, die Spaltung der Gesellschaft nehme zu, weil viele Menschen auch mit Abgrenzung und Angst auf Globalisierung und Geflüchtete aus dem verarmten Süden reagierten. Umso wichtiger sei es daher, ein aktives Zeichen für die Gemeinschaft mit allen Menschen zu setzen. Das Festmahl möglich machen laut der Gemeinschaft viele Sponsoren und ehrenamtliche Helfer. (kna)

Sant'Egidio

Die katholische Bewegung Sant'Egidio widmet sich der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten sowie dem Dialog der Religionen. Sie hat nach eigenen Angaben rund 60.000 Mitglieder in mehr als 70 Ländern, davon 5.000 in Deutschland. Ihr Hauptsitz befindet sich im römischen Stadtteil Trastevere, ihr deutsches Zentrum seit 1983 in Würzburg. In Deutschland gründete sich der erste ausländische Ableger von Sant'Egidio. In München gibt es die Gemeinschaft seit 1998. Seit 1986 ist die ökumenisch stark engagierte Gemeinschaft von der katholischen Kirche als Laienvereinigung anerkannt. Finanziert wird ihre Arbeit durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und öffentliche Zuschüsse. Ihr Gründer ist der italienische Historiker Andrea Riccardi. Regelmäßig veranstaltet die Bewegung internationale Friedenstreffen. 2011 fand eine solche, mehrtägige Veranstaltung in München statt. Daran nahmen rund 10.000 Menschen aus über 50 Ländern teil.

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Advent & Weihnachten

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