Monat der Spiritualität Hier lässt sich Stille genießen

01.11.2018

„Silent Disco“, Zug oder Museum - an diesen Orten lassen sich Ruhe und Stille finden.

Ungewöhnlicher Anblick: Menschen tanzen zu Musik, die nur auf Kopfhörer übertragen wird
Ungewöhnlicher Anblick: Menschen tanzen zu Musik, die nur auf Kopfhörer übertragen wird © imago

Ruhe in der Kreuzkapelle
Unter Touristen ist es geradezu Pflicht, St. Michael in der Neuhauser Straße zu besichtigen – dementsprechend laut und betriebsam kann es mitunter im Inneren zugehen. Doch die versteckte Kreuzkapelle, die sich an der Westseite der Kirche befindet und über einen Seiteneingang in der Ettstraße zugänglich ist, steht (zum Glück) bei den wenigsten auf dem Programm. So ist es in der beschaulichen Kapelle, deren zurückhaltender Schmuck ganz auf die Verehrung des Kreuzes ausgerichtet ist, herrlich still. In aller Ruhe kann man ein Gebet sprechen und den Blick über das Altarbild von Hans von Aachen (1552 – 1615) schweifen lassen, das den gekreuzigten Christus, Maria und den Apostel Johannes zeigt. Die Figuren in den Wandnischen sind Darstellungen der heiligen Barbara und der heiligen Katharina von Alexandrien. Auch sie sind schlicht gehalten und nur teilweise goldverziert. Am Bogen zum Altarraum blicken Jesus als „Vir Dolorum“ und seine Mutter Maria als „Mater Dolorosa“ von ihren Podesten. Die Kreuzkapelle ist werktags bis 17 Uhr geöffnet.

The Sound of Silence
Als „Silent Disco“ („stille Disco“) werden Veranstaltungen bezeichnet, bei denen die Partygäste die Musik nicht aus einem Lautsprechersystem hören, sondern über drahtlose Kopfhörer. Längst ist das Konzept nicht mehr nur aufs Partymachen ausgerichtet: Gerade bei großen Kulturveranstaltungen in Innenstädten, wo ab 22 Uhr Nachtruhe herrscht, kommen die „stillen Discos“ zum Einsatz. In Regensburg beispielsweise werden regelmäßig Opernpremieren als „Silent Opera“ auf den Theatervorplatz übertragen. Und mehrmals im Jahr gibt es in München Tanzevents mit Kopfhörern im Englischen Garten, bei denen man mit Unterstützung einer Tanzpädagogin lernen soll, sich selbst und die Natur besser wahrzunehmen. Auch für private Partys kann man eine „Silent Disco“ mieten, damit am darauffolgenden Tag die Nachbarn noch gut auf einen zu sprechen sind.

Stille Züge
Psst! Für Fahrgäste mit dem Wunsch nach Ruhe hat sich die Deutsche Bahn in Zügen , beispielsweise den ICEs, etwas Besonderes einfallen lassen: sogenannte Ruhebereiche, die sich entweder in einzelnen Abteilen oder in kompletten Waggons befinden. Lärm verursachende Tätigkeiten wie Telefonieren oder lautes Musikhören sind hier unerwünscht. Doch nicht jeder ist so rücksichtsvoll und hält sich an das Ruhegebot – lautes Sprechen oder Fahrgäste, die ihr Reisegepäck keuchend über den Flur schleifen, sind leider keine Seltenheit.

Kategorie: Aktuelles
ID: 1
Kategorie: Aufmacher Startseite
ID: 16
Kategorie: auf News-HP anzeigen
ID: 101
Hauptkategorie: Aktuelles
ID: 1
Joggende oder picknickende Menschen - auf dem Alten Nordfriedhof kann es ruhig, aber auch betriebsam zugehen
Joggende oder picknickende Menschen - auf dem Alten Nordfriedhof kann es ruhig, aber auch betriebsam zugehen © SMB/Kuklik

Mittagspause auf dem Friedhof
Eine Ruhepause auf dem Friedhof? Dort auf einer Picknickdecke liegend eine Leberkässemmel essen? Dieses auf den ersten Blick pietätlose Bild bietet sich dem Besucher des Alten Nordfriedhofs in der Münchner Maxvorstadt (Arcisstraße 45). Hier wird seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs niemand mehr beerdigt, Anwohner nutzen den Friedhof daher gern als Erholungs- und Parkanlage. Unter den hochgewachsenen Laubbäumen lassen sich Spaziergänger nieder und lesen in Ruhe ein Buch. Die meisten Friedhofsgänger achten dabei auf das Ruhegebot – schließlich besuchen hier nach wie vor Menschen die Gräber ihrer Vorfahren. Manche schießen aber übers Ziel hinaus: Die alten Grabsteine und efeuumrankten Gräber müssen oft als Torpfosten Fußball spielender Kinder herhalten – zum Leidwesen der Friedhofsverwaltung.

Abends im Museum
Mit seinen vielen Museen und Galerien ist München ein Paradies für Kulturliebhaber. Doch die bekannten Häuser wie das Deutsche Museum oder die Pinakotheken sind oft überfüllt, gerade an Nachmittagen, wenn sich auch Schulklassen in den Ausstellungsräumen tummeln. Warum also nicht einmal ein weniger besichtigtes Museum oder eine überschaubare Galerie besuchen, die teilweise sogar nicht mal eingefleischte Münchner kennen? Und das zu einer Uhrzeit, zu der viele schon ans Abendessen denken? Die Kunstarkaden (Sparkassenstraße 3, geöffnet von dienstags bis samstags von 13 bis 19 Uhr) beispielsweise sind ein Ort, an dem man nach einem stressigen Arbeitstag durchatmen kann. Bis auf den Ton eines Videos, das in einem der Räume gezeigt wird, ist nichts zu hören – der Besucher kann seine Konzentration und seine Gedanken voll und ganz auf die Kunstwerke richten. In dem unauffälligen Gebäude werden vor allem Objekte junger Künstler ausgestellt, die sich und ihre Arbeit erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Zu sehen gibt es so ziemlich alles, was die Kunst zu bieten hat: Gemälde, Installationen, Bildhauerei und vieles mehr. Und das bei freiem Eintritt! (Celine Kuklik)

Monat der Spiritualität

"Die Ruhe des Herzens" ist auch das Thema des "Monats der Spiritualität 2018" des Sankt Michaelsbunds. Hier können Sie sich dazu informieren und inspirieren: zu Autoren spiritueller Bücher, zu religiösen Büchern, zu Veranstaltungen und zum Thema Spiritualität.

Dieser Artikel gehört zum Thema Monat der Spiritualität

Das könnte Sie auch interessieren

© SMB/Hafner

Im Einklang mit sich Auf das Herz hören

Das rote Herz gehört zu den Emoticons, die am häufigsten verschickt werden. Aber nehmen wir wahr, welche Botschaften uns das eigene Herz schickt - ist es oft aus dem Takt, ist es verletzt oder ruhig?

13.08.2019

Über Gebärdensprache können nicht hörende oder schwerhörige Menschen miteinander kommunizieren
© imago

Eine Gehörlose berichtet In einer stillen Welt

Absolute Stille – was für gestresste Menschen oft einen Wunsch darstellt, ist für die 57-jährige Sabine Breitenberger Realität, denn sie kann nicht hören.

03.11.2018

Mit Pfeil und Bogen Ruhe finden
© ponsulak - stock.adobe.com

Meditatives Bogenschießen In der Ruhe liegt die Kraft

Das Rosenheimer Schüler- und Studentenzentrum verbindet in einem spannenden Kurs Meditation und Bogenschießen.

01.11.2018

© Imago-Blickwinkel

München am Mittag Das Ruhegebet

Stress und Hektik, natürlich auch ernsthafte Krisen, begleiten unser Leben. Das Ruhegebet kann helfen, unnötigen Leistungsdruck abzubauen.

30.10.2018

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren