Feuchtfröhlich Fasching feiern Hildegard-Medizin hilft beim Kater

27.02.2017

Zum Fasching feiern gehört für Viele das ein oder andere Gläschen Bier oder Sekt dazu. Wer es übertreibt, bereut das am nächsten Tag. Die Medizin der Hildegard von Bingen kann gegen den Kater helfen.

Kopfschmerzen, Übelkeit, Niedergeschlagenheit: so ein Kater hat es in sich.
Kopfschmerzen, Übelkeit, Niedergeschlagenheit: so ein Kater hat es in sich. © fotolia

Germering – Um den Kater zu bekämpfen, muss man erst einmal wissen, was mit dem Körper eigentlich nach zu viel Alkoholkonsum passiert. Warum es uns so schlecht geht, wenn wir zu tief ins Glas geschaut haben, erklärt der Experte für Hildegard-Heilkunde Joseph Carl Schneider aus Germering, so: „Der Körper wurde vergiftet. Nikotin, Alkohol, bestimmte Fette, Zusatzstoffe, die für Cocktails verwendet werden – das alles landet erst mal im Blut, gelangt von dort in die Leber und von der Leber muss es verarbeitet werden.“

Bei der Entgiftung können einige Mittel aus der Hildegard-Medizin helfen. Malventee beispielsweise, so Schneider. Tees zur Entgiftung würden zwar nicht immer so gut schmecken, weil sie sehr viele Bitterstoffe enthalten, aber sie würden Galle und Leber bei der Entgiftung unterstützen. Auch echter Dinkel, aus dem man sich ein Dinkel-Habermus bereiten kann, reinigt das Blut. Wermutelixier hilft bei allen Beschwerden im Oberbauch, wie Völlegefühl und Sodbrennen. Womit wohl die meisten Menschen bei einem Kater zu kämpfen haben, sind Kopfschmerzen. Auch dagegen weiß die Medizin der Hildegard von Bingen Rat: „Alantkraut ist das wichtigste Mittel zur Bekämpfung von Migräne. Es wird zusammen mit dem sogenannten Bärwurzhonig genommen. Dieses Pulver wird in Joghurt eingerührt und das nimmt man nüchtern in der Früh und trinkt dazu etwa einen halben Liter warmes Wasser.“

Bekannt wurde die heilige Hildegard von Bingen durch ihre Aufzeichnungen über besondere Heilmethoden. Diese erfuhr sie nach eigenen Angaben auch durch göttliche Visionen, in denen sie die Heilkraft von Pflanzen, Steinen oder auch normaler Nahrung erkannte. Sie schrieb ihre Erkenntnisse nieder und legte den Grundstein für eine neue Volksmedizin. Dieses Wissen ist zunächst in Vergessenheit geraten. 1970 entdeckte der österreichische Arzt Gottfried Hertzka ihre Heilmethoden wieder. Er machte sie in der Öffentlichkeit wieder bekannt.

Dass die Speisen und Getränke warm zu sich genommen werden, spielt überhaupt bei der Hildegard-Heilkunde eine große Rolle. Das habe einfach damit zu tun, wie unsere Schleimhäute arbeiten, erklärt Schneider. „Wie die sonstigen Gefäße im Körper auch ziehen sie sich bei Kälte zusammen und öffnen sich bei Wärme.“ Die Wirkstoffe der Medizin können warm also schneller vom Körper aufgenommen werden.

Wer trotz Kater Hunger hat, der kann einen leichten Salat zu sich nehmen. Man solle jedoch darauf achten, viel Olivenöl und wenig Essig zu verwenden, rät der Hildegard-Experte. Denn auch Olivenöl entgiftet den Körper. Alle Zutaten, aus denen man die Hildegard-Heilmittel herstellen kann, gibt es übrigens in speziellen Hildegard-Apotheken oder im Kräuterhaus. Und auch wenn die Rezepte schon gut 900 Jahre alt sind, von der Wirksamkeit ist der Experte felsenfest überzeugt: „Wo unsere Organe Entgiftungen leisten müssen, da kann die Hildegard-Medizin helfen. Und wenn die Entgiftung beendet ist, dann geht’s dem Menschen wieder gut... bis zur nächsten Schnapsrunde. Aber die sollte man dann vielleicht bis nach der Fastenzeit verschieben.“ (Lydia Jäger)

Dieser Artikel gehört zum Thema Fastenzeit

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