SkF-Projekt „Madame Courage“ Hilfe für alleinerziehende Studentinnen

10.05.2017

Studium, Job und ein kleines Kind unter einen Hut zu bringen, ist schwierig, aber nicht unmöglich. Der Sozialdienst der katholischen Frauen unterstützt junge Frauen finanziell.

Das Sommersemester hat vor kurzem wieder begonnen. Für die meisten Studenten heißt das nicht nur wieder früh aufstehen und lernen, sondern auch jobben. Beides unter einen Hut zu bekommen, ist sicher nicht ganz leicht. Noch schwieriger wird es mit einem kleinen Kind. Die Münchner Studentin Katharina wurde schwanger. Am Anfang wusste sie nicht, wie es weitergehen sollte, denn der Vater des Kindes wollte sie nicht unterstützen.

Kind, Job und Uni – kann das funktionieren?

Katharina fürchtete ihr Studium unterbrechen zu müssen. Studium, Kind und zwei Jobs alleine zu stemmen, konnte sie sich erst nicht vorstellen. Im ersten Moment dachte sie daran, in ihr Heimatland Bulgarien zurück zu gehen. Dort wäre ihr die Unterstützung ihrer Familie sicher. Mit dieser Vorstellung vor Augen hat sie sich zunächst an die Beratung der Ludwig-Maximilians-Universität gewandt. Dort erfuhr sie vom Projekt „Madame Courage“ vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF).

Projekt „Madame Courage“ hilft unkompliziert

Alleinerziehende Studentinnen erhalten durch das Projekt finanzielle Hilfe, erklärt Geschäftsführerin Monika Meier-Pojda. Es sei notwendig, dass junge Frauen, die am Ende des Studiums sind, zu unterstützen. Es wäre doch schade, wenn man die ganze Energie und die Kapazitäten und Ressourcen, die die Frauen haben, liegen lassen würde, meint die engagierte Katholikin. Das sei auch ein wichtiges Themenfeld für die Kirche.

Voraussetzungen müssen stimmen

Wer sich für eine Förderung durch „Madame Courage“ bewerben will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Melden können sich alleinerziehende Frauen, die in Bayern studieren und kurz vor dem Abschluss des Studiums stehen. Das hat auch bei Katharina genau gepasst. Sie steht kurz vor dem Staatsexamen für Lehramt.

Bewerbungen für das Projekt "Madame Courage" sind jederzeit möglich. Mehr Informationen gibt es beim Sozialdienst katholischer Frauen.

Gute Erfolgsquote

Inge Christensen ist im SkF für das Projekt verantwortlich. Sie hat schon viele Frauen begleitet. Seit dem Start von „Madame Courage“ konnten schon rund 60 Studentinnen aus ganz Bayern von der Initiative profitieren. Viele von ihnen haben mittlerweile dank des abgeschlossenen Studiums auch gute Jobs. Manche halten zum Sozialdienst auch Kontakt.

„Hut ab vor den jungen Frauen“

Es gäbe wenige Studentinnen des Projektes, die es nicht schaffen, meint Inge Christensen. Die Alleinerziehenden seien alle sehr zielstrebig: „Wenn sie sich entscheiden ihr Studium weiterzuführen, dann schaffen sie es auch. Also da auf jeden Fall, Hut ab!“ In den letzten Monaten begleitet sie auch Katharina, die hofft, im Sommer ihr Studium abzuschließen.

Entscheidung für das Kind nie bereut

Die finanzielle Unterstützung hilft Katharina nicht nur, indem es leichter ist, Miete, Windeln und die alltäglichen Dinge zu bezahlen. Ihr wurde auch eine psychische Last abgenommen, meint sie. Ihre Entscheidung das Kind zu bekommen, hat sie trotz der Schwierigkeiten nie bereut: „Natürlich wäre ich sehr traurig gewesen, wenn ich das Studium hätte unterbrechen müssen, da ich viel Energie und auch Leidenschaft reingesteckt habe. Aber mein Kind war definitiv immer Nummer eins.“ Dank der Hilfe von „Madame Courage“ hat sie, wenn alles klappt, im Sommer ihren Studienabschluss in der Tasche. Und das hilft ihr sicherlich einen guten Job zu finden. (Andrea Wojtkowiak)

Das Projekt „Madame Courage“ wird über Spenden und Stiftungen finanziert. Der Sozialdienst Katholischer Frauen freut sich deshalb über viele Unterstützer. Ein Teil der Kollekte des zentralen Gottesdienstes beim Fest Patrona Bavariae geht an „Madame Courage“.

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Starke Frauen

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