Syrier flüchten nach Libanon Hilfssystem droht Kollaps

31.08.2013

Der kleine Staat Libanon kann den Flüchtlingsstrom aus Syrien kaum noch bewältigen. Wenn es zu einem Militärschlag kommt und noch mehr Menschen flüchten, ist die Gefahr groß, dass der Staat den vielen Flüchtlingen nicht mehr gewachsen ist. Das System könnte zusammenbrechen.

Vera Jescke im Gespräch mit Kindern (Michael Brücker / Caritas international)

Die Stimmung in der Bevölkerung Libanons ist angespannt. Militär und Polizei seien im öffentlichen Leben präsent, sagte Vera Jescke von Caritas International den Münchner Kirchennachrichten. Sie ist gerade vor Ort im Libanon. Des Weiteren gebe es Straßenblockaden und es heißt, dass immer mehr Flüchtlinge vom Damaskus aus in das Land kämen. Doch seit in den letzten Tagen ein Militärschlag wahrscheinlicher wird, sei Erleichterung spürbar, berichtet sie weiter.

700 000 Syrier seien in den Libanon geflüchtet und es sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffer weitaus größer ist. Die Flüchtlinge, die in den Libanon kommen, haben alles zurücklassen müssen. Sie hätten nichts mehr, so Jescke. Bei einem Militärschlag ist von weiteren Flüchtlingsströmen auszugehen. Das würde einen großen Exodus auslösen, der in einer ohnehin schon belasteten Region, der Bekka-Ebene, zu einem Kollaps des Systems führen würde, so Jeschke weiter.

Die syrischen Flüchtlinge werden von Hilfswerken wie Caritas International mit Lebensmittelpaketen, Hygieneartikeln und auch medizinisch versorgt. Caritas International ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. Es leisten weltweit Not-und Katastrophenhilfe. (kas)


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