Engel am Flughafen Himmlischer Besuch

03.12.2019

Kleine und große geflügelte Gestalten erwarten den Besucher in der Kapelle im Münchner Flughafen und vor den Räumen der Evangelischen Seelsorge. Die Künstlerin Berta Trautmann hat die Himmlischen Begleiter geschaffen.

Flughafenseelsorger Franz Kohlhuber mit einem der kleineren Engel © SMB/Witte

München – Etwa 30 Zentimeter hoch, in rot-braunen Tönen gehalten, steht er da, der gesichtslose Engel und wartet darauf, von möglichst vielen Reisenden wahrgenommen zu werden. Neben ihm weitere Exemplare – majestätisch, still und gleichzeitig sehr präsent, als wollten sie Wacht über den Betrachter halten. Die Künstlerin Berta Trautmann war auf die Kirchenvertreter im Flughafen zugekommen. Der Leiter der Katholischen Seelsorge, Franz Kohlhuber, konnte sich sofort für den Gedanken von Berta Trautmann erwärmen: Das Thema „Engel“ passe ganz wunderbar zur Arbeit der Seelsorger am Airport: so wie die Engel als Begleiter gesehen würden, als „Schutzengel“, so sei es auch seine Aufgabe und die seiner Kollegen, Rückzuführende, Flughafen-Beschäftigte in sozialer Notlage oder auch gestrandete Reisende zu begleiten. Die Ausstellung will außerdem darauf aufmerksam machen, dass Engel zutiefst religiöse Wesen sind, die viel mit dem Christentum zu tun haben. In den letzten Jahren seien sie sehr stark von den Medien vereinnahmt worden, so Kohlhuber. Dabei sei ihr Gehalt als Mittler zwischen Gott und den Menschen etwas verloren gegangen. Die tönernen Engel im Flughafen seien für die Seelsorge auch eine Gelegenheit, die himmlischen Sendboten wieder mehr in den christlichen Kontext hereinzuholen. Die Figuren aus Ton hat Künstlerin Berta Trautmann in Feldbrandtechnik hergestellt: dabei werden die Stücke im Boden gebrannt. Auf die Farbgebung hat die Künstlerin dabei keinen Einfluss, jeder Engel ist deshalb ein Unikat. Auf Inschriften an der Wand hinter den himmlischen Wesen werden ihnen Attribute verliehen, wie „Herzenswärmer“ oder „Wegweiser“.

Engel-Andachten

Erste Anlaufstelle für Besucher ist die Christophoruskapelle im Zentralbereich, die von katholischer und evangelischer Kirche gemeinsam getragen wird. Sie liegt direkt zwei Stockwerke über der S-Bahn. Hier stehen die größeren Engelskulpturen. Die andere Ausstellungsfläche ist direkt in und vor der Beratungsstelle „Oase“ im Terminal 1, im Bereich A.

Natürlich passt die Ausstellung sehr gut zur Vorweihnachtszeit am Flughafen. Deshalb haben die „Kirchlichen Dienste“, wie die beiden Seelsorgeangebote der großen Kirchen genannt werden, auch ein Begleitprogramm im Gepäck: jeweils an den Donnerstagen finden um 17 Uhr Andachten mit Musik, Texten und Stille in der Christophorus-Kapelle statt. Inhalt ist jeweils die Figur eines der ganz unterschiedlich gehaltenen Engel. Für Franz Kohlhuber ergänzt die Ausstellung auf besondere Art den Weihnachts- und Wintermarkt, der heuer bereits zum 21. Mal mit Geschenk- und Gastronomieständen und Livemusik die Besucher anlockt. Die Ausstellung „himmlische Wegbegleiter“ ist noch bis zum 19. Dezember zu sehen.

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@st-michaelsbund.de


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