Patrone gegen Ohrenleiden Hörende Heilige

11.09.2020

Pfeifts im Ohr oder schmerzt das Trommelfell? Verschiedene Krankheiten können das gute Hören beeinträchtigen. Aber für Hilfe von oben ist gesorgt. Diese Heilige sollen bei Ohrenleiden helfen.

Hand am Ohr
Diese drei Heiligen sollen bei Ohrenleiden helfen. © KleverLevel - stock.adobe.com

Mittelohrentzündung, Tinitus, Schwerhörigkeit - unsere Ohren sind anfällig für verschiedene Leiden. Hilfe und Fürsprache bei solchen und anderen Krankheiten versprachen sich die Menschen schon früher von den jeweils zuständigen Heiligen. Wie ein Heiliger zu so einem Schutzpatronat kommt, ist ganz unterschiedlich. Oft ergibt es sich aus der Lebensgeschichte oder den Legenden rund um diese besonderen Personen. Oder es hat etwas mit den ihnen zugeschriebenen Wundern zu tun. Und manchmal beruht die Zuordnung auch eher auf einem Missverständnis. Lesen Sie hier über drei Heilige, die bei Ohrenleiden und für gutes Hören angerufen werden.

Heilige Oranna

Oranna soll im 6. Jahrhundert gelebt haben. Laut einer Legende war sie eine schottische Königstochter, die wegen ihrer Schwerhörigkeit verstoßen wurde. Mit iroschottischen Wandermönchen soll sie in die Gegend von Berus im Saarland gezogen und dort wie durch ein Wunder geheilt worden sein. Auch die Heilung eines tauben Jägers wird Oranna nachgesagt. Bis zu ihrem Tod war sie missionarisch tätig. Ihre Gebeine werden in der Oranna-Wallfahrtskapelle in Berus aufbewahrt. Die Heilige Oranna wird mit Kreuz und einer Ohrmuschel in der Hand dargestellt.

Heiliger Cornelius

Aus der Geschichte der Heiligen Oranna geht klar hervor, warum sie fürs gute Hören zuständig ist. Der Heilige Cornelius kam dagegen eher unverhofft zu seinem Patronat. Abgeleitet von seinem Namen, in dem das lateinische Wort cornu = Horn steckt, wurde er zum Patron für alles Hornvieh, im Laufe der Zeit für alle Haustiere. Deshalb wurde der Heilige in Darstellungen mit einem Horn gezeigt. Oft aber nicht mit dem Horn eines Bullen, sondern mit dem Instrument. Dieses erinnert wiederum an alte Hörrohre, trichterförmige Geräte aus Blech, Silber, Holz, oder eben Tierhörnern, die von Schwerhörigen zum besseren Hören genutzt wurden.

Heiliger Quirinus

Auch einen Lokalheiligen gibt es, der bei Ohrenbeschwerden hilfreich sein soll. Der Heilige Quirinus von Tegernsee wurde im 3. Jahrhundert in Rom wegen seinem Glauben enthauptet. Seine Reliquien wurden im frühen Mittelalter ins Benediktinerkloster Tegernsee übertragen. Dabei soll kurz vor dem Ziel eine heilsame Quelle unter dem Wagen mit den Reliquien entsprungen sein. Die Quirinusquelle in der kleinen Filialkirche St. Quirin ist bis heute ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Auch die Heilkraft des Öls aus einer 1430 am Westufer des Tegernsees gefundenen Quelle wird dem Heiligen Quirinus zugeschrieben. Neben Ohrenleiden wurde Quirinus auch gegen die Pest angerufen.

Die Autorin
Valerie Tiefenbacher
Medienmanagerin/Social-Video-Managerin
v.tiefenbacher@st-michaelsbund.de


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