Bischofstreffen in Lingen Hoffen auf Befreiungsschlag

11.03.2019

Diese Woche tagen die deutschen Bischöfe im Emsland. Die Teamleiterin von mk online, Katharina Sichla, erwartet viel von dem Bischofstreffen. Hat aber auch ihre Zweifel.

Wird sich am System Kirche in Zukunft etwas ändern?
Wird sich am System Kirche in Zukunft etwas ändern? © Gerhard Seybert - adobe.stock.com

Seit heute tagen sie wieder – die deutschen Bischöfe. Drei Tage lang treffen sie sich nun in Lingen. Ich erinnere mich noch gut an das letzte Treffen. In Fulda wurden im Herbst die Ergebnisse der Studie zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs veröffentlicht. Doch was ist seit dem letzten Treffen passiert? Für mich eindeutig zu wenig!

Die Wissenschaftler haben in der Studie herausgefunden, dass die Taten auch dem System geschuldet sind. Pläne, wie das in Zukunft verändert wird? Bisher: Fehlanzeige. Einige Bischöfe fordern Reformen. Sie stellen die zölibatäre Lebensform in Frage oder die Rolle der Frau in der Kirche. Andere drücken auf die Bremse: Es muss ja nicht gleich alles geändert werden. Eine eindeutige Linie der deutschen Bischöfe ist nicht erkennbar. Das muss sich ändern.

Ist eine Veränderung gewünscht?

In meinem Umfeld distanzieren sich immer mehr Menschen von der Kirche. Die Austrittsgedanken werden konkreter. Und dass bei Menschen, die vor ein paar Jahren - trotz aller Krisen - Teil der Kirche geblieben sind. Bewusst geblieben sind. Die Frustration und der Ärger sind spürbar. Ich selbst zweifele auch daran, ob sich in Zukunft wirklich an dem System Kirche was ändert. Ob eine Veränderung überhaupt gewünscht ist. Doch ich will die Hoffnung noch nicht aufgeben. Ich hoffe, dass es in Lingen zu einem Befreiungsschlag kommt. Sprecht mit einer Stimme und präsentiert konkrete nächste Schritte. Gebt den Menschen endlich ein Signal, dass ihr eine Veränderung des Systems wirklich wollt!

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Bischofstreffen in Lingen

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