Deutsche Bischofskonferenz Hotline für Missbrauchsopfer eingerichtet

21.09.2018

Am Dienstag schalten die deutschen Bischöfe eine Telefonhotline für Betroffene frei. Auch im Internet ist eine Beratung möglich.

Ein Mann tippt auf sein smartphone.
Ein Mann tippt auf sein smartphone. © Kirill - stock.adobe.com

Bonn – Die Deutsche Bischofskonferenz schaltet ab dem kommenden Dienstag erneut eine Hotline für Betroffene von sexuellem Missbrauch frei. Die Rufnummer 0800/0005640 sei ab dem kommenden Dienstag (25. September) ab 11.00 Uhr erreichbar, teilte die Bischofskonferenz am Freitag in Bonn mit. Die Hotline bleibe dann an den darauf folgenden Tagen bis zum 28. September immer zwischen 14.00 und 20.00 Uhr besetzt. "Außerhalb dieser Zeiten rufen die Berater nach Wunsch zurück."

Die Bischöfe hatten bereits zwischen 2010 und 2012 eine Hotline geschaltet. In diesem Zeitraum wurden rund 8.500 Gespräche geführt. Die Einstellung des Angebots erfolgte, weil es laut Angaben der Bischofskonferenz seinerzeit kaum noch Anrufe gab.

Leid und Erinnerungen wieder spürbar

Die neuerliche Freischaltung erfolgt mit Blick auf die Präsentation der von den Bischöfen in Auftrag gegebenen Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz". Die Diskussion darüber ist ein Schwerpunkt der Herbstvollversammlung der Bischöfe kommende Woche in Fulda. Laut vorab bekannt gewordenen Ergebnissen gab es zwischen 1946 und 2014 in Deutschland 3.677 Betroffene sexueller Übergriffe von mindestens 1.670 Beschuldigten, darunter mehrheitlich Priester.

Zu der Wiederaufnahme der telefonischen Beratung hieß es: "Berichte rund um das Thema Missbrauch können bei Betroffenen seelische Probleme auslösen, weil plötzlich die Erinnerungen und das Leid wieder spürbar werden."

Zusätzlich zu der Telefonberatung ist im gleichen Zeitraum auch eine Internetberatung unter www.hilfe-nach-missbrauch.de freigeschaltet. Weiter weist die Bischofskonferenz auf die Seite des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hin. (kna)


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