Kardinal Marx besorgt über Asylbewerber in München Hungerstreik bis zur Erschöpfung

28.06.2013

Kardinal Reinhard Marx hat Verständnis für die Asylbewerber geäußert, die sich seit Tagen auf dem Münchner Rindermarkt im trockenen Hungerstreik befinden.

Streikender Asylsuchender am Rindermarkt (Bild: Sankt Michaelsbund)

„Ihre Verzweiflung muss groß sein, wenn sie ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren, um auf ihre Not aufmerksam zu machen“, sagte der Münchner Erzbischof am Freitag.

Marx rief die Asylbewerber dennoch auf, die Form ihres Protestes zu überdenken. Mit einem Schaden an Leib und Leben sei niemandem geholfen. Der Kardinal appellierte an die Verantwortlichen in der Politik, die Lebensbedingungen von Asylbewerbern verstärkt in den Blick zu nehmen. „Bund und Freistaat sind gefordert, die Rahmenbedingungen zu prüfen und zu verbessern“, so Marx. Die Kirche habe wiederholt auf die zu lange Verfahrensdauer hingewiesen sowie auf die oft jahrelange Unterbringung in Sammelunterkünften. Zudem habe man die fehlende Perspektive bei der Arbeitsaufnahme immer wieder kritisiert, erinnerte Marx.

Auch die Kirche sei in der Asylproblematik gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Als beispielhaft bezeichnete der Erzbischof das Alveni-Jugendhaus im Münchner Stadtteil Fasanerie, in dem etwa 50 jugendliche Flüchtlinge in betreuten Wohnformen zusammenleben. Diese hätten die Möglichkeit, Deutsch zu lernen und eine Berufsausbildung zu machen. „Wir wollen damit ein Zeichen für eine menschenwürdige Betreuung setzen“. Außerdem werde man prüfen, wie die kirchliche Hilfe für Flüchtlinge ausgeweitet werden kann, kündigte der Kardinal an.

In der Münchner Innenstadt sind mehr als 40 Asylbewerber seit fast einer Woche im Hungerstreik. Einige befinden sich in einem kritischen Gesundheitszustand. (ph/ks)

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