Impuls von Abt Johannes Eckert „Ich bin so frei!“

14.07.2019

Das Vertrauen in Jesus und seine Botschaft befreit zum Leben, ist Abt Johannes Eckert überzeugt. „Ich bin so frei!“ wäre für den Benediktiner daher ein guter Werbeslogan für die christliche Botschaft.

„Ich bin so frei!“ wäre für Abt Johannes Eckert ein gelungener Werbeslogan für die christliche Botschaft. Das Foto zeigt den Aufruf „Hier könnte Ihre Werbung stehen!!“ bei der Fronleichnamsprozession in Mosbach, der Heimatstadt des Benediktine
„Ich bin so frei!“ wäre für Abt Johannes Eckert ein gelungener Werbeslogan für die christliche Botschaft. Das Foto zeigt den Aufruf „Hier könnte Ihre Werbung stehen!!“ bei der Fronleichnamsprozession in Mosbach, der Heimatstadt des Benediktiners. © privat

Seit langem war ich in diesem Jahr wieder einmal zur Fronleichnamsprozession in meiner Heimatstadt Mosbach. Dort ist es nach wie vor schöner Brauch, dass der gesamte Prozessionsweg mit einem durchgängigen Blumenteppich ausgelegt wird. Ornamente wie ein Lamm, das Christuszeichen IHS oder ein Korb voller Brote und Fische zieren die Straßen. Zu Beginn des Weges hatten Jugendliche ein leeres Rechteck aus Gras gelegt und innen war zu lesen: „Hier könnte Ihre Werbung stehen!!“

Mich hat diese Idee sehr angesprochen. Meine Werbung auf dem Weg: Welches Motiv würde ich wählen? Gibt es ein Motto, das mich besonders bewegt, ein Slogan, der meinen Weg mit Gott auf den Punkt bringt? Ausdrucksstark und prägnant sollte er sein, eingängig und pfiffig zugleich. Eine Bekannte sagte spontan, sie würde schreiben: „Ich bin so frei!“

Falsche Bindungen hinter sich lassen

Mir gefällt ihr Vorschlag. Unser Weg mit Gott ist ein Weg der Freiheit, wenn etwa Paulus den Galatern schreibt, „zur Freiheit hat uns Christus befreit“, und seine Gemeinde auffordert, sich nicht in neue Abhängigkeiten zu begeben. Dies entspricht ganz dem Geist Jesu, wenn dieser Menschen dazu ruft, alle falschen Bindungen hinter sich zu lassen, um sich frei in seine Spur zu begeben. Allein das Vertrauen in ihn und seine Botschaft befreit zum Leben. Diese Freiheit gibt den Mut und die Entschlossenheit, einen anderen Weg zu gehen, als es der Mainstream vorgibt, wo es häufig darum geht, durch Äußerlichkeiten zu glänzen.

Abt Johannes Eckert ist Abt der Benediktinerabtei St. Bonifaz in München und Andechs.
Abt Johannes Eckert ist Abt der Benediktinerabtei St. Bonifaz in München und Andechs. © privat

„Ich bin so frei!“ Der Slogan meint weniger die Ausstellung eines Freibriefes, dass ich mir in der Spur Jesu alles erlauben kann. Vielmehr geht es um die Gewissheit: Wenn ich mich mit ihm auf den Weg mache, mich in seine Spur begebe, dann bin ich so frei, wie ein Mensch nur sein kann. Sein Weg wird in die letzte Angst von uns Menschen führen, in den Tod, aber wir glauben, dass er diesen durch seine Auferweckung überwunden hat.

„Ich bin so frei!“ meint, dass die Bindung an ihn mich zum Leben befreit, weil auch ich keine Angst mehr zu haben brauche, weder vor dem Leben noch vor dem Tod. Dann allerdings kann ich von diesem Geist der Freiheit bewegt meinen Weg gehen, freilich so, dass auch er manches in Frage stellt.

Papst Fanziskus ermutigt zur Freiheit

Es freut mich immer wieder, wenn Papst Franziskus uns zu dieser Freiheit ermutigt. Bisweilen weicht er selbst von Bräuchen und Konventionen ab, weil er meint, sie würden die Botschaft Jesu verdunkeln, indem er zum Beispiel einen Kleinwagen wählt, Kinder auf seinem Stuhl sitzen lässt oder vor afrikanischen Politikern niederkniet und ihnen die Füße küsst.

„Ich bin so frei!“ ist für mich ein Lebensmotto, dass mich ermutigt, mich mit diesem Jesus von Nazareth auf den Weg zu machen entsprechend dem Hinweis: „Hier könnte Ihre Werbung stehen!!“


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