Caritas vermittelt konsumbewusste Erziehung "Ich will, ich will, ich will..."

10.01.2018

Konsumbewusste Kinder werden konsumbewusste Erwachsene – da ist sich die Caritas sicher. Aber wie werden Mädchen und Buben konsumbewusst?

Der Spielzeugladen - eine Verlockung... © Daria Filiminova-fotolia.com

München – "Ich will, ich will, ich will" - mit Kindern einzukaufen, ist für die meisten Eltern stressig. Das beginnt nicht erst, wenn man in den Spielwarenladen geht, sondern oft schon beim Besuch eines "gewöhnlichen" Supermarkts. Die „Eisköniginnen-Cornflakes“ hat schließlich die beste Freundin auch und der "Cars-Joghurt“ muss sein, obwohl er zuhause nach dem ersten Löffel stehen bleibt, weil er abscheulich schmeckt. Kurz vor der Kasse dann die vielen verführerischen rosa Zeitschriften mit tollem Plastik-Kleinkrempel, den man unbedingt haben muss und dann natürlich Überraschungseier und Co direkt beim Bezahlen. Natürlich haben Eltern den Vorsatz "Nein" zu sagen - aber Wutanfälle oder zumindest Diskussionen sind da vorprogrammiert.

Wie aber geht es anders? Hilfe bei solchen Fragen gibt es in Kursen des Caritas-Zentrums Innenstadt. Bereits seit über zehn Jahren wird die Fortbildung „Süßes Leben – überquellende Kinderzimmer“ für Eltern und Pädagogen angeboten. Und das mit zunehmender Nachfrage, so Diplom Sozialpädagogin Christine Steinle, die bei diesem Projekt als Referentin tätig ist. Entstanden ist die Idee zu diesem Angebot aus der Erfahrung der Mitarbeiter der Caritas Schuldnerberatung, dass immer mehr Familien in München Probleme haben, mit dem Geld auszukommen, das ihnen zur Verfügung steht, und so nicht selten die Dienste der Caritas Schuldnerberatung in Anspruch nehmen müssen.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Dass sich aber unser Konsumverhalten gerade durch das Internet in den vergangenen Jahren massiv verändert hat, ist für Christine Steinle nicht zu übersehen. Der Einkauf praktisch auf Knopfdruck sei für die meisten längst zur Routine geworden. Gerade für Kinder sei es aber wichtig, auch den Kaufvorgang und den damit verbundenen Geldtransfer bewusst mitzuerleben. Deshalb rät sie dringend, mit Kindern im Laden einzukaufen und bar zu bezahlen. Nur so sehen Kinder wirklich, dass man für das was man haben will, Geld abgeben muss.

Vorfreude ist wichtig

Auch Gefühle wie Langeweile, Vorfreude und die Fähigkeit, warten zu können, spielen in der Konsumerziehung eine zentrale Rolle, meint Steinle und bemerkt dazu: „Wer warten kann, der hat das Gefühl der Vorfreude, was unheimlich wichtig ist um die Dinge später letztlich auch vielmehr wertschätzen zu können, und um besser mit den Sachen umzugehen...und eben auch, dass ich es aushalten kann, dass ich später mal, wenn die Dinge auch viel teurer werden, eben nicht alles sofort bekommen kann. Und wenn ich diese Eigenschaft praktisch von klein auf in mir habe, dann wird es mir später eher gelingen, nicht in die Konsumfallen zu tappen, sondern eben auf meine Dinge zu sparen.“

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Konsumerziehung ist aber auch, das Umweltbewusstsein zu schulen, was besonders in den Angeboten für Vorschulkinder versucht wird. „Tatsächlich sprechen wir auch darüber: Lass ich beim Zähneputzen das Wasser laufen? Oder: Mach ich, wenn ich den Raum verlasse, das Licht aus? Das gehört genauso dazu“, meint Christine Steinle und macht damit deutlich, wie wichtig es ist, dass Kindern schon von Anfang an vermittelt wird, wie sie mit ihrem Konsumverhalten ihr eigenes Leben und auch das ihrer Umwelt prägen. (ce)


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