Vorsätze für 2020 Im neuen Jahr mehr Vorfreude

01.01.2020

Wann haben Sie sich das letzte Mal auf etwas richtig gefreut? Bei Tanja Bergold ist Vorfreude selten geworden. Doch sie hat eine Idee, um das zu ändern.

Man sieht eine Hand etwas in einen Block schreiben,rechts steht eine Kaffeetasse, links Croissants auf einem Teller, im Hintergrund ein Hund,
Ein ungewöhnlicher Vorsatz: Dinge aufschreiben, auf man sich freut. © Ivan Kruk - stock.adobe.com

Erinnern Sie sich noch an die guten, alten Filmrollen? Entweder 24 oder 36 Bilder? Was war das immer spannend, wenn man die nach dem Urlaub eingetütet hat und wieder zum Laden ging, um nachzusehen, ob die entwickelten Fotos schon da waren. Und dann, endlich, hält man sie in den Händen. Mindestens die Hälfte der Bilder war zwar nichts, aber die Vorfreude darauf konnte einem keiner mehr nehmen. Oder reisen wir zurück in die Kindheit: wenn der eigene Geburtstag näher rückte und man es kaum mehr erwarten konnte. Wochenlang war man furchtbar aufgeregt, hat überlegt, wen man einladen soll. Man hat bei der Mama den absoluten Lieblings-Geburtstags-Kuchen „bestellt“, der nur zu diesem Anlass gebacken wurde.

Verlernt sich auf etwas zu freuen

Ja, die Vorfreude wurde mit der Zeit zu einer seltenen Gattung. Fotos werden heute mit dem Smartphone gemacht und das Ergebnis sieht man sofort. Und wenn der Geburtstag (schon wieder) naht, überlegt man, ob man überhaupt feiern soll: So viele Gäste, so teuer Geld, so viel Stress bei den Vorbereitungen. Vielleicht lässt man es besser sein.

Ich will wieder mehr Vorfreude in mein Leben lassen, das ist mein Neujahrs-Vorsatz. Mir ist bewusst, ich habe das etwas verlernt und muss es üben. Ich habe mir ein kleines Heft gekauft. Darin will ich jeden Abend schreiben, worauf ich mich freue. Das werden Kleinigkeiten sein: Auf die erste Tasse Kaffee nach dem Aufwachen, auf einen Sonntagsspaziergang, auf ein Essen mit der Familie. Und tatsächlich: Meine Idee gefällt dem „Gute-Vorsätze-Verweigerer“ Pater Friedrich so gut, dass er ins Nachdenken kommt. Ich sollte ihm ein „Vorfreude-Büchlein“ schenken, vielleicht kommt er dann ja auch auf den Geschmack.

9§§Einmal im Monat sprechen die Journalistin Tanja Bergold und Pater Alfons Friedrich über Themen, die sie bewegen - und Sie hoffentlich auch. Sie schlagen dabei neue Seiten auf, suchen auch die kleinen Geschichten des Lebens und nehmen kein Blatt vor den Mund. Die Bergold und der Pater - mehr als Kinder, Küche, Kirche.

Die Autorin
Tanja Bergold
Leiterin Programmentwicklung im Münchner Kirchenradio
t.bergold@st-michaelsbund.de


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