Digitaler Opferstock In der Kirche mit EC-Karte Geld spenden

19.07.2018

Kein Kleingeld für den Opferstock? Eine Spende nicht möglich? In der Bürgersaalkirche in München gibt es keine Ausreden. Hier lässt sich ganz einfach mit der EC-Karte Geld spenden.

Das Kartenlesegerät in der Münchner Bürgersaalkirche.
Das Kartenlesegerät in der Münchner Bürgersaalkirche. © SMB/Sichla

München – Tief wird in der Tasche gewühlt und nach Kleingeld gesucht. Nichts. Auch im Portmonee nur Scheine. Kein Bargeld, also auch keine Spende in der Kirche möglich. Wer kein Bargeld dabei hat, kann sich in der Bürgersaalkirche München aber nicht rausreden. Denn da findet sich ein sogenannter digitaler Opferstock. Hier lässt sich ganz einfach mit Hilfe von EC- oder Kreditkarte spenden. Das Lesegerät befindet sich in der Unterkirche - auf der rechten Seite, an der Wand, in einer braunen Holzplatte eingelassen. Nicht besonders auffällig. Ein kleines Schild weist darauf hin, dass hier bargeldloses Spenden möglich ist. Bereits seit 2009 gibt es das Kartenlesegerät in der Bürgersaalkirche. Es habe damals den Wunsch gegeben, den Menschen bargeldloses Spenden zu ermöglichen, so der Präfekt der Marianische Männerkongregation, Gerd Jacob. Doch ist ein Kartenlesegerät ein passender Gegenstand in einer Kirche? Für Jacob widerspricht sich das nicht: „Die digitale Welt gibt es, daran kommen wir nicht vorbei. Es kommt immer darauf an, was wir Gutes daraus machen können.“

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Präfekt der Marianische Männerkongregation, Gerd Jacob.
Präfekt der Marianische Männerkongregation, Gerd Jacob. © Marianische Männerkongregation

Geld verwendet im Sinne Pater Rupert Mayers

Sonja Krämer arbeitet an der Informationsstelle in der Bürgersaalkirche und sieht die Möglichkeit per Karte zu spenden positiv. Zunächst hätten die Menschen skeptisch reagiert, doch jetzt würde die Möglichkeit gut angenommen, schildert sie ihre Beobachtungen. Immer weniger Menschen hätten Bargeld dabei aus Angst es zu verlieren, erzählt sie. Auch hätten früher die Menschen öfter am Informationsstand nachgefragt, um Geld zu wechseln. Nun könne sie einfach auf das Kartengerät verweisen.

Viele Besucher sehen den digitalen Opferstock allerdings auf Nachfrage eher skeptisch. „Solange es Münzen gibt, werfe ich diese in den Opferstock“ oder „Ich bin eine alte Frau und bin für Bargeld“, ist von ihnen zu hören. Der digitale Opferstock wird trotzdem gut angenommen: Zwischen 500 - 800 Euro kommen im Jahr zusammen. Die Spenden liegen zwischen 10 Cent und 100 Euro. 50 % des Geldes wird für den Erhalt der Kirche, die anderen 50 % im Sinne Pater Rupert Mayers verwendet. Zum Beispiel für den Mittagstisch, den die Marianische Männerkongregation täglich anbietet. Von dem Geld wird zum Beispiel etwas Spezielles zum Essen besorgt.

Bügersaalkirche

Mit dem Gotteshaus ist die 1610 in München gegründete Marianische Männerkongregation "Mariä Verkündigung" stark verbunden. Die Vereinigung katholischer Laien entstand aus dem Geist heraus, Glaube und Alltag miteinander zu verbinden. In der Unterkirche liegt der 1987 seliggesprochene Jesuitenpater und NS-Widerstandskämpfer Rupert Mayer (1876 bis 1945) begraben. Er war lange Präses der Kongregation. Die Seelsorge der Bürgersaalkirche obliegt seit deren Gründung den Jesuiten von der benachbarten Sankt Michaelskirche. (kna)

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Spenden

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