Folgen von Corona IN VIA: Corona schneidet Jugendliche von Bildung ab

15.05.2020

Durch die Schulschließungen erlebten viele junge Menschen einen Albtraum, erklärte eine Sprecherin des katholischen Sozialverbands. Dazu schließe die öffentliche Debatte viele aus.

Kind schaut aus Fenster
Viele junge Menschen leiden unter der durch Corona bedingten Isolation. © ????????? ????????? - stock.adobe.com

München – Dem katholischen Sozialverband IN VIA München zufolge werden immer mehr Schüler durch die coronabedingten Kontaktbeschränkungen von Schule und Nachhilfe abgeschnitten. Die öffentliche Diskussion sei fast nur auf Abiturienten und Familien gerichtet, deren Kinder zu Hause am PC ihren Lernstoff abarbeiteten, kritisierte Elisabeth Götz am Donnerstag in München. Die Leiterin für den Bereich Migration verwies darauf, dass die Situation meist als Spagat dargestellt werde, bei dem die Eltern neben dem Home-Office auch noch das Home-Schooling überwachen müssten. Doch ein großer Teil der Jugendlichen erlebe längst einen Alptraum.

Keine Verbesserung zu erwarten

IN VIA betreut laut Mitteilung in dem Projekt "Lern-Connection" Geflüchtete aus Gemeinschaftsunterkünften, die ihren Mittelschul-Abschluss nachholen wollen. "Wir erleben bei vielen Geflüchteten, aber genauso auch bei vielen Mittelschülern, dass sie momentan komplett abgeschnitten sind", so Götz. Die Möglichkeit, zumindest digital am Ball zu bleiben, scheitere oft schon daran, dass die Jugendlichen keinen PC oder Drucker und häufig sogar keinen brauchbaren Internetzugang hätten.

Auch die vorsichtigen Schulstarts ließen keine Verbesserung erwarten, befürchtet Götz. Für die Betroffenen sei es ein fatales Signal, wenn ihre Probleme in der aktuellen Debatte beinahe komplett ausgeblendet würden. "Wir erleben täglich die Verzweiflung und die Sorge der Jugendlichen, die nicht wissen, wie es weitergeht. Für diese Menschen ist es ein Schlag ins Gesicht, wenn in den Medien nur die 'Herausforderungen' diskutiert werden, die sich in einer Welt bieten, die ihnen verwehrt ist", so die IN-VIA-Mitarbeiterin. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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