Papst ruft zu Spenden auf Internationale Hilfe für Philippinen

11.11.2013

Nach dem schweren Taifun auf den Philippinen ist die internationale Hilfe angelaufen. Caritas International ist vor Ort und begleitet den Einsatz ihrer Partner. Papst Franziskus gedachte im Vatikan der Opfer und rief zum Gebet und Spenden auf.

Luftaufnahme der von dem Taifun zerstörten Provinz Leyte auf den Philippinen (Bild: imago)

Manila/Vatikanstadt/Bonn - Nach dem schweren Taifun "Haiyan" auf den Philippinen ist das Ausmaß der Zerstörung weiter unklar. Die Regierung sprach in ihrer jüngsten Bilanz am Sonntagabend (Ortszeit) von offiziell 229 Toten, 45 Verletzten und 28 Vermissten. Allerdings sind viele Ortschaften noch immer nicht erreichbar, viele Experten gehen inzwischen von mindestens 10.000 Toten aus und betonen, dass die Zahl auch noch deutlich darüber liegen könne.

Unterdessen haben nationale und internationale Hilfsorganisationen mit der Entsendung von Rettungs- und Versorgungsmannschaften begonnen und rufen zu Spenden auf. Im Vatikan gedachte Papst Franziskus der Opfer. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz rief er Zehntausende von Gläubigen zu einer Gebetsstille auf. Zugleich bat er um "konkrete Hilfe". Auch die Deutsche Bischofskonferenz rief zur Hilfe für die Taifun-Opfer auf. Der Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, schrieb an seinen Amtskollegen auf den Philippinen, Erzbischof Sokrates Villegas: "Wir sind zutiefst erschüttert vom Tod so vieler Menschen, die Opfer der Naturgewalten wurden." Die Menschen in Deutschland rief er zu Spenden auf. Zugleich sagte er: "In dieser hoffnungslosen Situation müssen wir nach Kräften helfen, dazu zählt auch das Gebet."

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, rief ebenfalls zum Gebet und zur praktischen Hilfe für die Opfer auf. "Wieder einmal hat es die Ärmsten der Armen besonders schlimm getroffen. Die Zerstörungen sind kaum vorstellbar, die Verluste an Menschenleben unermesslich", erklärte Schneider am Rande der EKD-Synode in Düsseldorf.

Die katholische Hilfsorganisation Caritas international begleitet den Einsatz ihrer Partner vor Ort. Caritas Philippinen und Caritas USA hätten Zeltplanen und Wasserentkeimungstabletten auf den Weg in die besonders schwer betroffene Stadt Cebu gebracht, berichtete Oliver Müller, der Leiter der Organisation. Besonders dringend würden jetzt Trinkwasser, Lebensmittel und Zelte benötigt,

Aus vielen Regionen gebe es noch keine Informationen über das Ausmaß der Schäden. Besonders die Bewohner entlegener Küstengebiete seien erfahrungsgemäß schlecht gegen Tropenstürme gewappnet. "Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor", sagte Müller. In einem ersten Schritt stellte Caritas international 100.000 Euro bereit.

Auch das katholische Hilfswerk Misereor in Aachen sagte als erste Soforthilfe mindestens 50.000 Euro zur Sicherung einer Basisversorgung der betroffenen Bevölkerung zu. Als weltgrößtes katholisches Entwicklungshilfswerk ist Misereor seit vielen Jahren auf den Philippinen aktiv und kooperiert dort mit rund 150 Partnerorganisationen. Damit könne man auf bewährte Strukturen zurückgreifen und flexibel helfen, so das Hilfswerk.

Am Montag wollen sich Nothilfeexperten von Malteser International und vom philippinischen Malteserorden in der Provinz Leyte ein Bild machen. "Der Zugang zum Katastrophengebiet ist äußerst schwierig, da der Flughafen in Tacloban zerstört ist", so Länderreferentin Cordula Wasser.

Nach Angaben der Regierung in Manila sind 9,5 Millionen Menschen auf den Philippinen von dem Wirbelsturm betroffen. Mehr als 132.200 Familien mit insgesamt 630.000 Personen mussten in Notaufnahmelagern Schutz suchen. Den wirtschaftlichen Schaden bilanzierte die Regierung am Sonntag mit umgerechnet 2,4 Millionen Euro, davon 2,15 Millionen in der Landwirtschaft. An Nothilfe stellte Manila zunächst 370.000 Euro für geschädigte Familien zur Verfügung. (kna/ks)


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