Katholische Notfallseelsorge Jahrestag der Zugkatastrophe von Eschede

03.06.2013

Am Montag vor 15 Jahren ereignete sich das schwerste Bahnunglück der deutschen Geschichte: Im niedersächsischen Eschede entgleist ein ICE und prallt mit 200 km/h gegen eine Betonbrücke.

101 Menschen kamen bei dem Zugunglück 1998 ums Leben (Bild: imago/Hans Blossey)

Der katholische Diakon Andreas Müller-Cyran war damals als Notfallseelsorger vor Ort. Ein gebrochener Radreifen hatte die Zugkatastrophe ausgelöst. 101 Menschen kamen dabei ums Leben. Rund 1.000 Helfer versorgten die vielen Verletzten.

„Für die Angehörigen ist der Jahrestag ein ganz besonderer Tag“, sagte Müller-Cyran, Leiter der Abteilung Krisenpastoral im Erzbischöflichen Ordinariat München, dem Münchner Kirchenradio. Wichtig sei dabei jedoch keine „Überbetreuung“ der Betroffenen. Er glaube, dass die meisten Angehörigen mittlerweile gelernt hätten, auch am Jahrestag mit Trauer und Schmerz umzugehen. An den Tag der Katastrophe kann sich der Notfallseelsorger noch gut erinnern. Er habe damals sowohl die Rettungskräfte als auch Verletzte und Angehörige betreut. Dabei sei es weniger um Sinnfragen gegangen, sondern vielmehr um ganz konkrete Fragen: Etwa darum, wie die Identifizierung der Toten verlaufe und wie lange sie dauere. Und die Sorge und Hoffnung darauf, Überlebende in einem Krankenhaus vorzufinden. „Leider konnten wir in Eschede nur wenige positive Nachrichten überbringen“, erklärte Müller-Cyran. (ksc)

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