Rückschlag für Pilger Jakobsweg erstmalig unterbrochen

07.10.2020

Im coronagebeutelten Spanien hat es nach Madrid nun die Jakobswegstadt León im Norden getroffen: Die hohe Zahl der Neuinfektionen hat zur Abriegelung geführt. Betroffen sind somit auch Jakobspilger.

Die Jakobsmuschel dient auf dem Jakobsweg als Wegweiser.
Der Jakobsweg ist gut ausgeschildert, meist dient die Jakobsmuschel als Wegweiser. Zum ersten Mal in der Geschichte ist die Pilgerroute jetzt unterbrochen. © imago

Pamplona – Erneuter Rückschritt auf dem Jakobsweg: Nach dem Stillstand von März bis Juni ist mit León nun eine wichtige Stadt für mindestens zwei Wochen abgeriegelt. Damit ist die klassische Pilgerroute nach Santiago de Compostela im Norden Spaniens de facto unterbrochen. Grund ist die hohe Zahl an Corona-Neuinfektionen in der Provinzhauptstadt.

Vorbereitung auf das Heilige Jahr

Eine derartige Unterbrechung der Pilgerstrecke ist ein Novum in der Geschichte des Jakobswegs. In knapp drei Monaten beginnt das Heilige Jakobusjahr 2021. Ein solches Jahr steht immer dann an, wenn der Gedenktag des Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Bislang sorgten Heilige Jahre, zuletzt 2004 und 2010, stets für neue Pilgerrekordmarken. Sie sind deshalb so wichtig, weil - unter Einhaltung von drei Bedingungen - den Pilgern in einem Heiligen Jahr alle Sünden vergeben werden. Dieser vollkommene Ablass erfolgt nach dem Besuch der Kathedrale von Santiago de Compostela, der Teilnahme am Gottesdienst und dem Empfang der Sakramente.

Anders als beim Lockdown im Frühjahr dürfen sich die 124.000 Bürger von León innerhalb der Stadt unter Auflagen frei bewegen. Geschäfte und Gaststätten bleiben unter Schutzmaßnahmen geöffnet. Auch Gottesdienste sind mit maximal einem Drittel der Kapazität gestattet.

Pilgerbüros mit Situation überfordert

Nach León und wieder hinaus gelangt man aber nur aus zwingenden Gründen. Pilgern gehört offiziell nicht dazu - für Durchzügler ist kein Durchkommen möglich. Die Situation führt zu Verwirrung. Im Pilgerbüro in Santiago de Compostela weiß man nicht Bescheid. Pilger, die wissen müssen, wie sie auf dem Jakobsweg weitergehen sollen, sollten die örtliche Polizei anrufen, heißt es. Derartige Versuche führten aber ins Leere.

Eine offizielle Umleitung der Pilgerstrecke gibt es nicht. Man solle einen Bus nehmen, der nicht durch León fährt, heißt es in der lokalen Pilgerherberge San Francisco de Asis. Man wolle aber die Herberge offen halten, falls doch Ausnahmen erlaubt würden. (kna/hw)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Pilgern: Der Weg ist das Ziel

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