Gemeinsame Nenner der Weltreligionen "Jerusalem funktioniert nur ungeteilt"

14.12.2015

Jerusalem ist der heiligste Platz der Welt: mit dieser Meinung steht der Bürgermeister der Hauptstadt Israels nicht allein. Nir Barkat betont eine "nie gekannte Religionsfreiheit" in der Stadt und sieht noch Luft nach oben. Im Bereich Tourismus gebe es noch Potential.

Der Tempelberg ist einer der umstrittensten heiligen Orte der Welt. (Foto: imago)

Berlin – Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat hat die Bedeutung der Stadt als "Mittelpunkt aller monotheistischen Religionen" betont. Die Stadt sei "der heiligste Platz der Welt" und nur ungeteilt lebensfähig, betonte Barkat im Interview der "Welt am Sonntag". Ideologisch stehe für ihn und für die Mehrheit der Einwohner trotz des ungeklärten politischen Status bestimmter Stadtgebiete fest, dass Jerusalem nie wieder geteilt werden dürfe. Barkat hatte sich bei der Bürgermeisterwahl 2008 als säkularer Kandidat gegen einen religiösen Konkurrenten durchgesetzt und war 2013 im Amt bestätigt worden.

Jerusalem sei der "gemeinsame Nenner der Weltreligionen"; es herrsche eine nie gekannte Religions-, Bewegungs-, Rede- und Wahlfreiheit, so Barkat. Jeder Besucher, gleich welcher Religion, könne alle heiligen Stätten besuchen. Einzig für Juden, die zu den islamischen Stätten auf dem Tempelberg wollten, gebe es Einschränkungen.

Barkat betonte das Potenzial Jerusalems im Bereich des Tourismus. Er wolle die Stadt stärker für Menschen aus aller Welt öffnen. Mit Blick auf den Tourismus klaffe eine "Riesenlücke" zwischen Potenzial und tatsächlichen Quoten. Statt derzeit etwa vier Millionen Besuchern könnten es laut Barkat jährlich bis zu zehn Millionen sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werde viel Geld und Energie etwa in den Ausbau der Infrastruktur investiert.


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