Auf hohem Ross durch die Kirche Jesenwanger Willibaldritt

05.07.2013

Zum 291. Mal findet am Sonntag in Jesenwang (Landkreis Fürstenfeldbruck) der traditionelle Willibaldritt statt. Um die 300 Pferde, rund 15 Gespanne und vier Musikkapellen sind zu Ehren des Heiligen daran beteiligt.

Der Willibaldritt in Jesenwang (Bild: Amann)

Zu sehen ist dabei auch die Darstellung des Heiligen Willibald, der am Sonntag seinen Namenstag feiert, mit seinem Bruder Wunibald und seiner Schwester Walburga.

Das europaweit Einmalige daran: nach der Segnung am Nordportal der Kirche findet ein Durchritt durch Sankt Willibald statt. Ein spezielles Stirnholzpflaster, das besonders rutschfest und stabil ist, ermöglicht das. Josef Drexler, der 1. Vorsitzende des Freundeskreises Sankt Willibald e.V., organisiert den Ritt schon seit mehr als drei Jahrzehnten und ist froh, dass bislang beim Durchritt noch nie etwas passiert ist. Denn eine besondere Herausforderung ist das für Reiter und Pferde schon.

Leonhard Schmid führt den Ritt seit 21 Jahren als Kreuzreiter an. Für das zwei Meter hohe Kreuz hat er sich extra eine Halterung an den Steigbügel geschweißt, so dass er das Kreuz mit einer Hand und mit der Anderen die Zügel seiner Stute Berta halten kann. Für ihn ist es jedes Jahr ein ergreifender Moment, wenn er kurz vor der Kirche das Kreuz ablegt, seinen Hut abnimmt, den Segen bekommt und anschließend in die Kirche einreitet.

Der Willibaldritt geht auf ein Gelöbnis zurück: Jesenwanger Bauern legten es im Jahre 1712 ab. Damals grassierte eine Viehseuche, der hauptsächlich Pferde zum Opfer fielen in Jesenwang und Umgebung. Die Jesenwanger baten den Heiligen Willibald um Hilfe, „Verlobten“ sich mit dem Heiligen, heißt es, woraufhin es keine Vieherkrankungen mehr gegeben haben soll. Seither findet der Willibaldsritt – mit einigen Ausnahmen - jedes Jahr statt. (sts)

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