Von der Anbetung bis zur Auferstehung Jesus-Darstellungen im Erzbistum

17.12.2018

Die Person Jesu Christi hat Künstler häufig inspiriert. Auch im Erzbistum gibt es eine Vielzahl an Darstellungen des Gottessohnes. Hier werden vier davon vorgestellt.

Die Anbetung des Kindes durch Engel
Die Anbetung des Kindes durch Engel © EOM/HA Kunst/Achim Bunz

Die Anbetung des Kindes durch Engel in der Pfarr- und Stiftskirche St. Martin in Landshut

Im Langhaus von St. Martin in Landshut hängt das großartige Barockgemälde mit der Darstellung der Anbetung des Kindes von Andreas Wolff. Der kurfürstliche und fürstbischöfliche Hofmaler hat das Bildwerk um 1698 geschaffen, und ehemals fungierte es als Altarblatt eines heute nicht mehr erhaltenen Seitenaltars. Das Ölgemälde zeigt im unteren, irdischen Bereich den neugeborenen Jesusknaben, der von seiner Mutter Maria auf Händen getragen wird. Josef steht ihnen bei und zahlreiche Engel sind vom Himmel herabgekommen, um dem Kinde zu huldigen. Über Jesus schwebt mittig die hell strahlende Heilig-Geist-Taube und darüber erscheint Gottvater in himmlischer Sphäre, der einen Ölzweig mit der Aufschrift „PAX / HOMINIBUS BONAE / VOLUNTATIS“ in der Hand hält und damit auf den Lobgesang der Engelsschar verweist, der Gott in seiner Dreifaltigkeit rühmt.

Die Taufe Christi
Die Taufe Christi © EOM/HA Kunst/Wolf-Christian von der Mülbe

Die Taufe Christi in der Pfarrkirche St. Johann Baptist in Solln

Am Chorhaupt der neubarocken Pfarrkirche in München-Solln, die von Franz Rank geplant und errichtet wurde, zeigt sich das Gemälde mit der Darstellung der Taufe Christi. Es wurde 1915 vom Münchner Maler Carl Johann Becker-Gundahl geschaffen und zierte einst, gemäß dem Patrozinium, den ehemaligen Hochaltar. Das farbintensive Gemälde zeigt Jesus im Jordan stehend: Er hat die Hände vor seiner Körpermitte aneinandergelegt und Johannes der Täufer, der auf einem Felsen am Ufer steht, übergießt sein Haupt gerade mit dem reinigenden Wasser. Über ihnen öffnet sich der Himmel und der Heilige Geist erscheint in der Gestalt einer Taube, Engel sind auf einer Wolke vom Himmel herabgekommen und wohnen der Szene bei. Die schlanken Gestalten und die flächenornamentale Ausgestaltung der Landschaft im Hintergrund verweisen auf den Münchner Jugendstil, dem sich der Maler verbunden fühlte.

Schaftlacher Kreuz
Schaftlacher Kreuz © EOM/HA Kunst/Achim Bunz

Der romanische Kruzifixus in der Kuratiekirche Heilig Kreuz in Schaftlach

Als Kanzelkreuz hängt an der Nordwand der spätgotischen Heilig-Kreuz-Kirche in Schaftlach (Dekanat Miesbach) ein hoch bedeutendes, romanisches Kruzifix, das den „Christus triumphans“, den Überwinder des Todes, zeigt. Bereits um 970 wurde das Holz für diesen Korpus geschlagen und deshalb ist anzunehmen, dass das Schnitzwerk in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts entstand. Christus steht im Viernageltypus vor dem Kreuz auf einem Suppedaneum und hat die Arme weit ausgebreitet. Das Haupt hat er leicht zu seiner rechten Seite geneigt, seine Augen aber sind geöffnet. Sein Haar fällt in kräftigen Strähnen auf seine Schultern herab und besonders kunstfertig ist die Faltung und Gürtung seines Lendentuches. Der Kruzifixus zählt somit zu den ältesten monumentalen Zeugnissen dieser Gattung und eine Herkunft aus dem Kloster Tegernsee wird vermutet.

Die Auferstehung
Die Auferstehung © EOM/HA Kunst/Wolf-Christian von der Mülbe

Das Passionstriptychon in der Krypta des Münchner Doms

Am rechten Flügel des Passionstriptychons, das sich in der Krypta des Münchner Doms befindet, zeigt das rechte untere Bild die Auferstehung, die auf wundersame Weise den Leidensweg des Heilands beendet und ihn zum Sieger über den Tod macht. Christus erhebt sich in der Bildmitte aus dem Grab, dessen Deckplatte auf der Seite liegt. Dabei stellt er das Bein auf den Rand des Sarkophags und seine Arme hat er weit ausgebreitet. Sein nackter Leib wird von einem locker geschwungenen Mantel nur dürftig verhüllt und seine Wundmale werden deutlich sichtbar. Ein gleißendes Licht scheint sich um ihn auszubreiten, sodass sich die Soldaten, die seine Grabstätte bewachen, erschrocken abwenden. Karl Caspar hat dieses monumentale Bildwerk in seiner unverkennbaren flackernden Malweise in den Jahren 1916/1917 geschaffen. Erst 1977 kam es auf Initiative von Julius Kardinal Döpfner in die Domkrypta. (Martina Außermeier, Fachreferentin in der Hauptabteilung Kunst des Erzbischöflichen Ordinariats München)


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