Fronleichnam in München Jesus gehört uns allen

15.06.2017

Mit einem Festgottesdienst am Marienplatz und einer Prozession zum Königsplatz haben die Gläubigen in München Fronleichnam gefeiert. Über 10.000 Menschen haben teilgenommen.

Aufgrund der Bauarbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke hatte die Prozession dieses Jahr eine andere Route.
Aufgrund der Bauarbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke hatte die Prozession dieses Jahr eine andere Route. © Kiderle

München - Das Fronleichnamsfest ist ein Höhepunkt im katholischen Kirchenjahr und das katholischste aller Feste. Keinen anderen Feiertag begeht die Kirche öffentlich mit so viel Pracht und Prunk: „Heute am Fronleichnamstag sind wir mitten in unserer schönen Stadt eingeladen, unseren Glauben auszuleben und in das Leben aller Menschen einzubringen“, begrüßt Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, die tausenden von Gläubigen, die sich am Marienplatz unter einem azurblauen Himmel versammelt haben.

Gegenwart Jesu wird gefeiert

Das Motto der diesjährigen Fronleichnamsfeier lautet „Christus - gemeinsame Mitte“. Wir feiern also die Gegenwart Jesu unter uns im Sakrament seines Leibes und Blutes. In der gemeinsamen Teilnahme am Mahl des Herrn hat die Gemeinschaft der Gläubigen ihr Ziel. „Wir alle schauen heute ganz besonders auf Christus, von dem alles ausgeht. Er ist der Orientierungspunkt unseres Lebens, die Mitte, die uns Leben schenkt“, erinnert Erzbischof Marx. Durch unser Mitgehen und Mitbeten würden wir zum Ausdruck bringen, wer uns täglich durchs Leben trägt. „Heute tragen wir Christus öffentlich durch die Stadt, wir zeigen allen, dass Jesus keine Idee ist, sondern Wahrheit, ein Ereignis, eine Nahrung - eine Person, der wir folgen. Und er selbst geht diesen Weg mit uns“, ermutigt der Kardinal.

Jugendliche haben mit einem großen Kreuz die Prozession angeführt.
Jugendliche haben mit einem großen Kreuz die Prozession angeführt. © Kiderle
Öffentliches Bekenntnis

Dabei solle Fronleichnam keine Demonstration sein gegen andere Christen, sondern das öffentliche Bekenntnis, dass unser Weg mit Jesus auch zum Ziel führt, der Weg in die Einheit mit allen Christen. „An dieser Gemeinschaft haben wir alle zu arbeiten und dürfen nicht vergessen, dass wir alle zusammengehören. Denn ein Brot ist es, von dem wir brechen, also sind wir auch ein einziger Laib“, mahnt der Erzbischof. Auch dürften wir nie vergessen, dass Jesus nicht nur unser Eigentum ist, sondern allen Menschen gehört, die ihn annehmen. Kardinal Reinhard Marx schließt mit den Worten: „Das Annehmen bedeutet aber nicht, den Glauben als etwas wie in einem dunklen Museum aufzubewahren, sondern ihn sichtbar leben und gemeinsam feiern.“

Die anschließende Prozession führte in diesem Jahr aufgrund der Bauarbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke vom Marienplatz aus über die Residenzstraße zum Segensaltar in der Brienner Straße. Der Festzug endete am Königsplatz, wo Kardinal Marx den eucharistischen Schlusssegen spendete. Angeführt wurde die farbenprächtige Prozession auf dem knapp zwei Kilometer langen Weg von Jugendlichen, die mit einem großen Kreuz voranschritten. Traditionell folgten in einer festgelegten Prozessionsordnung die Ministranten, Ordensmitglieder, kirchliche Mitarbeiter und Trachtengruppen sowie Vertreter von Universitäten, Stadt und Staat. Gottesdienst und Prozession wurden vom Domchor München, der Jungen Domkantorei und den Münchner Dombläsern musikalisch gestaltet. Laut der Pressestelle des Erzbistums München und Freising haben mehr als 10.000 Menschen an den Fronleichnamsfeierlichkeiten teilgenommen. (Patricia Hoffmann)

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Dieser Artikel gehört zum Thema Fronleichnam 2017

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