Weihnachtsgebäck in den Regalen Jetzt schon Lebkuchen?!

07.09.2017

Schon seit einigen Wochen füllen die Supermärkte ihre Regale wieder mit Lebkuchen. Jedes Jahr ist das wieder ein Aufreger. Ein Pfarrer zeigt einen Ausweg aus dem Ärger.

Lebkuchen gibt es schon seit Anfang September in den Supermärkten.
Lebkuchen gibt es schon seit Anfang September in den Supermärkten. © fotolia/JanSommer

München – Während die letzten heißen Tage des Sommers vergangen sind, haben die Verkäufer in den Supermärkten Deutschlands ihre Läden bereits mit Lebkuchen befüllt. Das ist jedem schon einmal aufgefallen – egal ob Lebkuchen, Weihnachtsmänner oder Osterhasen. Alles eben immer Wochen und Monate vor den Festen, für die diese Süßwaren ursprünglich gedacht waren. Die einen freuen sich über Leckereien in jeder Jahreszeit, andere jedoch, wie Josef Mayer, haben da schon mehr Probleme damit. Für den Geistlichen Direktor der katholischen Landvolkshochschule Petersberg in Erdweg gehe damit der Bezug zu Natur, Schöpfung und dem Lauf des Lebens abhanden.

Kommerz verdrängt christliche Bräuche

Viele Feste und Bräuche im christlichen Glauben haben sich ursprünglich an den Jahreszeiten orientiert. Der frühe Verkauf von Gebäck, unter anderem von Lebkuchen, zeigt, dass der Kommerz im Alltag den Bezug zum christlichen Brauchtum verloren gehen lässt. Für Pfarrer Josef Mayer wäre eine Rückbesinnung auf die Ursprünge eine Möglichkeit den Festen wieder einen spürbaren Sinn zu geben – auch durch den Bezug zur Natur. Um neue Beziehungen zu Bräuchen zu schaffen, müssten deren Hintergründe auch wieder sichtbarer werden.

Seelenzöpfe an Halloween

Als eine verärgerte Frau aufgrund des Halloween-Brauchs „Süßes oder Saures“ auf ihn zukam, empfahl Pfarrer Mayer eben auf die Ursprünge des Brauchs zu erinnern. Sie sollte mit den Kindern einen Seelenzopf backen und teilen. Der Brauch der Seelenzöpfe ist eng mit Allerheiligen, Allerseelen und dem trüb-tristen Totenmonat November verbunden. Wenn die Verwandten zu den Gräbern der Verstorbenen heimkamen, wurden Seelenbrote, Seelenwecken, oder eben auch Seelenzöpfe bereitgestellt.

Die Einladung bei einem Seelenzopf über Verstorbene zu sprechen wurde von den Jugendlichen erstaunlich offen aufgenommen. „Im nächsten Jahr hatte die Frau dann kein Problem mehr mit Süßem oder Saurem“, erinnert sich Pfarrer Mayer. Auch einige Kinder wollten dann im folgenden Jahr den Halloween-Brauch selbst nicht mehr feiern.

Nahrhafte Lebkuchen zur Adventszeit

Dieser Hintergrund ist beim Lebkuchen etwas in Vergessenheit geraten. Als haltbares und gesundes Nahrungsmittel gehörte er früher einfach in die Adventszeit, die auch eine Zeit des Fastens war. Und auch wenn der Sommer jetzt allmählich zu Ende geht, von Weihnachten sind wir doch noch ein gutes Stück entfernt. (Maximilian Blindhuber)

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