Heiligsprechung der zwei Päpste Johannes Paul II. – ein Papst aus Polen

23.04.2014

Die Heiligen sind Freunde Gottes und damit auch Freunde der Menschen. Zu ihnen gehört sicher Johannes Paul II., der am 27. April, am Barmherzigkeitssonntag, gemeinsam mit Johannes XXIII. heiliggesprochen werden wird.

Der verstorbene Papst Johannes Paul II. (Bild: imago)

Diese doppelte Heiligsprechung mag Papst Franziskus wohl eben deshalb, weil sie die Kontinuität zwischen den Anliegen Johannes’ XXIII. und der lehramtlichen Auslegung des Konzils durch Johannes Paul II. hervorhebt. Die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. ist nicht nur für uns Polen ein großes spirituelles und historisches Ereignis. Johannes Paul II. hat der Menschheit ein großartiges geistlich-geistiges Erbe hinterlassen. Deswegen haben schon in der Stunde seines Todes Tausende öffentlich ihren Wunsch geäußert, ihn heiligzusprechen, mit den berühmten Worten „Santo subito“.

Als Johannes Paul II. im Juni 1979 zum ersten Mal in unsere polnische Heimat fuhr, hat er gezeigt, dass das Evangelium eine ungeheure Kraft darstellt und dass diese Kraft das Antlitz eines Landes und der Welt geschichte verändern kann. Durch seine Äußerungen hat er ein unvergleichliches politisches Erdbeben ausgelöst, nicht durch Waffen, auch nicht durch wirtschaftliche Macht, sondern einfach durch seine unerschütterliche Überzeugung, dass Jesus Christus der Herr der Geschichte ist. Diese Pilgerreise endete mit der Tatsache, dass dieser Papst das Ende des Kommunismus eingeläutet hat. Das war echt politisch, ohne Politik zu machen.

Die Jugendlichen, die ein besonders feines Gespür für Authentizität haben, fühlten sich von Johannes Paul II. geliebt, angesprochen und verstanden. Er war aber bestimmt nicht derjenige, der ihnen nach dem Mund redete, sondern derjenige, der ihnen eine große Vision anbot: „Habt keine Angst, Jesus zu begegnen!“

Papst Franziskus geht diesen Weg weiter. Zum Abschluss des Weltjugendtages 2013 in Rio de Janeiro hat er angekündigt, dass der kommende Weltjugendtag in Krakau, im Lande seines „Erfinders“, stattfinden wird. Ja, gerade Krakau, dank Schwester Faustina und Johannes Paul II. die Hauptstadt der Göttlichen Barmherzigkeit, kann in zwei Jahren für viele weltweit wieder eine echte Inspi- ration für das Leben des Glaubens sein.

Bogdan Piwowarczyk stammt aus Polen und ist Pfarrvikar in München-St. Peter.


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