Brauchtum zu Sonnwend Johannifeuer

21.06.2019

Der 21. Juni, das ist der Tag der Sonnenwende: dann fallen die kürzeste Nacht und der längste Tag zusammen. An diesem Tag selbst oder darum herum brennen die Sonnwendfeuer, im Tal und auch auf den Berggipfeln.

Johannifeuer an der Kampenwand
Johannifeuer an der Kampenwand © imago

Die Sonnwendfeuer werden auch Johannifeuer genannt, nach dem Heiligen Johannes dem Täufer, der am 24. Juni seinen Namenstag feiert. Recht wahrscheinlich ist es, dass die Feuer allerdings schon in vorchristlicher Zeit gebrannt haben. Aus dieser Zeit haben sich viele Vorstellungen in das christliche Brauchtum übertragen: es heißt, dass ein Sprung über das Feuer eine baldige Heirat verspricht. So sind früher Burschen und Dirndl gemeinsam über die Flammen gesprungen. Auch sollte das Feuer, als Abbild der Sonne, Menschen und Tiere vor Krankheiten schützen.

Feuerketten in den Bergen

Wie in den Nachbarlandkreisen ist es am Wochenende auch im Rosenheimer Land wieder soweit:

- Auf der Kampenwand wird am Samstag, dem 22. Juni, bei gutem Wetter ab 18 Uhr der längste Tag des Jahres gefeiert, in der Nähe der Bergstation gibt es kulinarische Schmankerl. Nach Sonnenuntergang wird das Sonnwendfeuer angezündet, begleitet von Alphornbläsern. Zugleich haben die Besucher einen grandiosen Blick auf die leuchtenden Feuer in den österreichischen Bergen. Musik und Tanz gibt es auf der Terrasse der Sonnenalm, die Kampenwandbahn fährt bis Mitternacht.

- Ein bisschen weiter im Süden, im Kaisergebirge, gibt es mehrere Möglichkeiten, an Sonnwend teilzunehmen: in Ellmau, in Scheffau und in Going machen sich am Samstag mehrere Gruppen auf den Weg, um ihr Feuer in den Bergen zu entzünden. Die Feuer brennen ab ca. 21 Uhr, es sind mehrere Bergbahnen in Betrieb.

Noch mehr Informationen finden sich auf der Homepage des Alpenvereins.

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@st-michaelsbund.de


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