500 Jahre Reformation Jubiläum mit ökumenischer Note

31.10.2016

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat in Berlin die Feierlichkeiten zum 500. "Reformationsjubiläum" gestartet. Die Martin-Luther-Medaille erhielt dabei ein katholischer Kardinal.

In der Lutherstadt Wittenberg haben die Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum bereits am Sonntag begonnen. Um 15.17 Uhr stiegen am Lutherdenkmal 500 Luftballons in den Himmel. © imago/epd

Berlin – Mit einem Festgottesdienst in Berlin hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die Feierlichkeiten zum 500. "Reformationsjubiläum" eröffnet. An der Feier am Montag in der Marienkirche nahmen auch Bundespräsident Joachim Gauck und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) teil. Der Gottesdienst und eine anschließende Festveranstaltung mit Bundespräsident Joachim Gauck waren der Auftakt für die Gedenkfeiern der evangelischen Kirche sowie des Bundes und der Länder.

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hob hervor, das "Reformationsjubiläum" sei "ein Signal der Versöhnung und des Aufbruchs". Während des Gottesdienstes wurde der frühere Mainzer Bischof und langjährige Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, mit der Martin-Luther-Medaille der EKD ausgezeichnet. Damit würdigte die EKD seine Verdienste um die Ökumene in Deutschland.

Skeptiker wurden zu Befürwortern

"Sie haben sehr bald für das Reformationsjubiläum als ökumenische Chance geworben, zu einem Zeitpunkt, als die Zurückhaltung und Skepsis in Ihrer Kirche noch sehr stark war", sagte Bedford-Strohm in seiner Laudatio. "Wir sind froh, dass auf dem gemeinsamen Weg unserer beiden Kirchen viele Skeptiker zu Befürwortern wurden."

Lehmann bezeichnete in seinen Dankesworten die Verleihung als "außerordentliches, symbolträchtiges Ereignis". Es zeige allen, "dass wir 2016/17 – bei aller Treue zu unserer Herkunft – dieses 'Jubiläum' mit anderen und neuen Akzenten begehen", betonte der Kardinal. Zugleich sei die Verleihung dieses Zeichens eine "kräftige Ermutigung zum beherzten Weitergehen auf unserem Weg zu einer immer größeren Einheit der Kirche Jesu Christi".

Grüße nach Schweden

Bedford-Strohm hob auch die Teilnahme von Papst Franziskus am gemeinsamen Gottesdienst mit dem Lutherischen Weltbund am selben Tag im schwedischen Lund hervor. Unter Beifall sagte er: "Wir winken heute in großer Freude zu unseren Geschwistern nach Lund hinüber."

Der Berliner Bischof Markus Dröge bezeichnete in seiner Predigt Reformation als einen "Rhythmus, der beflügelt, ein Herzschlag, der unser Leben bestimmt". Sei sei "immer neue Kraft, die bewegt und verändert, die Menschen ermutigt, über das Bestehende hinaus zu fragen".

Festakt im Konzerthaus

An dem Gottesdienst nahmen auch der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch und der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos teil, die beide eine Fürbitte sprachen, sowie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

Zum anschließenden Festakt im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt wurden mehr als 1.000 Gäste aus Kultur und Kirche, Politik und Gesellschaft erwartet. Die Festrede sollte Gauck halten.

Die Gedenkfeiern dauern bis zum 31. Oktober 2017, dem 500. Jahrestag des sogenannten Thesenanschlags. Die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers (1483-1546) gelten als Beginn der Reformation. In Deutschland und Europa sind dazu Festgottesdienste, Kirchentage, Ausstellungen und andere Veranstaltungen geplant. (KNA)


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