Jugend in der Pandemie Jugendarbeit genauso wichtig wie Schule

29.04.2021

Irgendwann werden die Schulen wieder öffnen. Für die Jugendarbeit müsse dann das Gleiche gelten, fordert die Katholische Landjugendbewegung Bayern.

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München – Nachdem die Impfkampagne in Deutschland Fahrt aufgenommen hat und es sichtbare Fortschritte beim Schutz von Senioren gegen das Coronavirus gibt, werden Stimmen lauter, die sich dafür aussprechen, dass die Politik sich nun den Kindern und Jugendlichen intensiver zuwenden müsse. Es sei an der Zeit, dafür zu sorgen, dass es für junge Leute wieder mehr Optionen bei der Freizeitgestaltung gebe, heißt es bei den Verantwortlichen in der Jugendarbeit fast unisono. Die Bundesvorsitzende des Dachverbandes der katholischen Jugendarbeit BDKJ, Lisi Maier, hat es unlängst auf den Punkt gebracht: "Seit Monaten werden Jugendliche einzig und allein auf das Schulwesen reduziert. Jugendliche brauchen zur Persönlichkeitsentwicklung aber mehr: Sie brauchen Freiräume, an denen sie mit Gleichaltrigen spielen und in den Austausch kommen können. Diese Freiräume stehen ihnen seit Monaten nicht zur Verfügung".

Jugendliche müssen sich auch jenseits der Schule treffen können

Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Bayern hat diesen Zustand bereits im November vergangenen Jahres in einem Beschluss des Landesausschusses kritisiert. Niemand frage danach, wie es den Kindern und Jugendlichen in der Pandemie wirklich geht, erklärt der ehrenamtliche KLJB-Landesvorsitzende Franz Wacker den Inhalt des Beschluss-Papiers. Politiker erklärten junge Leute einfach zur Risikogruppe, die bei jeder Gelegenheit unter Missachtung der Hygieneregeln Partys veranstaltet. Die KLJB teile diese Einschätzung nicht. Kinder und Jugendliche hielten sich mehr als andere an die Regeln, allein schon, weil sie ein großes Eigeninteresse hätten, dass die Gesellschaft zur Normalität zurückkehrt. Konkret heißt das für Wacker: „Wenn ein Kind oder Jugendlicher wieder in die Schule geht, dann muss es auch möglich sein, dass er in sein Jugendzentrum gehen und sich dort mit Gleichaltrigen austauschen kann“.

Durchhalten in einer nicht planbaren Pandemie

Bereits nach dem ersten Lockdown habe man in der KLJB gespürt, wie die Ortsgruppen durch die Lockerungen wieder aufgeblüht seien. Deshalb geht Wacker davon aus, dass auch nach dem aktuellen Lockdown bei den Jugendlichen der Wille und die Motivation „zu hundert Prozent“ vorhanden seien, sich unter der Einhaltung der Hygienestandards zu treffen. Es müssen nur seitens der Politik die Grundlagen dafür geschaffen werden, die Jugendlichen jedenfalls „haben Lust, sofort wieder voll durchzustarten“. Wacker weiß aber auch, dass eine Pandemie nicht planbar ist. Deshalb appelliert er an alle Beteiligten in der Jugendarbeit, nicht die Hoffnung zu verlieren. Gut vorbereitet zu sein für die Zeit nach der Coronakrise sei letzten Endes die „Wegzehrung“ für eine Strecke, deren Länge niemand kennt.



Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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