Offene Jugendarbeit Jugendclub Allach will jünger werden

01.08.2019

Junge Leute gehen nicht mehr automatisch in Jugendclubs. Auch in Allach ist das zu spüren. Dort will man sich nun gezielter um Nachwuchs kümmern.

Junge Menschen haben sich früher öfter in Jugendclubs getroffen.
Junge Menschen haben sich früher öfter in Jugendclubs getroffen. © galinka_zhi - stock.adobe.com

München – Seit Jahrzehnten ist er eine feste Einrichtung für Kinder und Jugendliche im Stadtteil Allach: der Jugendclub in Trägerschaft der Kolping Bildungsagentur. Bildung und Freizeitangebote, oder einfach nur Chillen oder Probleme besprechen, das alles bekommen die jungen Leute zwischen zehn und 27 Jahren im Jugendclub geboten. Trotz des breitgefächerten Programms kommen in letzter Zeit immer weniger junge Leute in den Jugendclub. Katja Heinze will diesen Trend stoppen. Die Sozialpädagogin leitet das Haus an der Pasteurstraße seit knapp zwei Jahren. Der Jugendclub liege abseits vom Ortskern, deswegen träfen sich viele Jugendliche am Bahnhof oder führen in die Münchner City, um Spaß zu haben, erklärt Heinze. Hinzu käme, dass heutzutage bei den jungen Erwachsenen Institutionen wie Jugendclubs generell nicht mehr so hoch im Kurs stehen, wie das bei früheren Generationen der Fall war.

Vom 05. August bis 06 .September gibt es im Jugendclub Allach viele Zusatzangebote zum Mitmachen.

Heinze setzt deshalb für die Zukunft vor allem auf neues Publikum. Woher die zukünftigen Besucher kommen sollen, hat sie in ihrer Masterarbeit analysiert. Herausgekommen ist eine konsequente Verjüngungsstrategie. So soll das Mindestalter der Mädchen und Buben von 10 auf 6 Jahre gesenkt werden. Die Chancen für dieses Konzept sind gut. Denn Allach wächst, bis zum Jahr 2035 sollen im Nordwesten Münchens gut ein Drittel mehr Menschen leben als heute. Und das bedeutet, dass auch die Zahl der Grundschüler deutlich ansteigen wird.

Jugendclub Leiterin Katja Heinze
Jugendclub Leiterin Katja Heinze © SMB/Hasel

Grundschüler sind Jugendclub-Besucher von morgen

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Jugendclub-Leiterin auf eine bewährte Maßnahme, die schon seit vielen Jahren das zweite Standbein der Einrichtung ist: die Mittagsbetreuung. Die gibt es schon seit einiger Zeit direkt vor Ort an der Pfarrer-Grimm-Grundschule. Vor kurzem kam dann die Anfrage von der Grundschule an der Eversbuschstraße. Dort war die Mittagsbetreuung aus allen Nähten geplatzt und für eine weitere Gruppe fehlten die Räumlichkeiten. Katja Heinze hatte sofort die Lösung parat. Der Jugendclub übernimmt die neue Gruppe und bringt sie in seinen Räumen unter. Katja Heinzes Kalkül: die Kinder in der Mittagsbetreuung sind die Jugendlichen von morgen. Sie lernen den Jugendclub schätzen und werden ihm auch nach der Grundschulzeit die Treue halten, hofft Heinze. Ob ihre Strategie aufgeht, wird sich am Jahresende zeigen. Dann entscheidet die Stadt München, ob sie den Ausbau der Mittagsbetreuung im Allacher Jugendclub finanziell fördert. Für Katja Heinze und ihr Team hat das große Warten auf die Zukunft begonnen.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


Das könnte Sie auch interessieren

© Maksim Toome - stock.adobe.com

München am Mittag So können Sie Streit im Urlaub vermeiden

Der Urlaub soll die schönste Zeit im Jahr werden. Da ist der Erwartungsdruck an alle Beteiligten hoch, die Konflikte sind vorprogrammiert. Wie man damit am besten umgeht, sagen wir Ihnen in dieser...

01.08.2019

© Kolping Bildungsagentur

Kolpingstunde Verjüngung im Jugendclub Allach

Der Münchner Stadtteil Allach wächst. Wie der dort ansässige Jugendclub der Kolping Bildungsagentur darauf reagiert, sagen wir Ihnen in dieser Sendung

25.07.2019

Der BDKJ will jungen Menschen Gehör verschaffen.
© Rawpixel.com - adobe.stock.com

Jugend und Kirche Empfehlungen an die katholische Jugendarbeit

Papst Franziskus hat aufgerufen, mutig zu experimentieren. Daran haben sich die Teilnehmer einer Konferenz für Katholische Jugendarbeit orientiert und Empfehlungen abgegeben. Parallel dazu fand die...

08.07.2019

Das "Lichtblick Hasenbergl"
© Lichtblick Hasenbergl

Jugendhilfe Ein Lichtblick für das "Problemviertel"

Vor allem der nördliche Teil des Hasenbergls hat mit Arbeitslosigkeit und Armut zu kämpfen. Doch es gibt einen Lichtblick.

28.06.2019

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren