72-Stunden-Aktion Jugendliche bedanken sich bei Menschen, die in der Nacht arbeiten

25.05.2019

Stundenlang haben Jugendliche der Pfarrei „Heilige Familie“ in Harlaching gebacken. Am Abend ging es dann zu den Nachtdienstlern.

Besuch bei Nachtdienstlern in der Notaufnahme des Klinikums Harlaching
Besuch bei Nachtdienstlern in der Notaufnahme des Klinikums Harlaching. © Karola Braun

München – Schnell noch die letzten kleinen Pizzen fertig backen und dann ab damit in die roten viereckigen Bäckerkörbe, in denen schon Blätterteig-Schnecken und Hörnchen mit Speckwürfeln, Feta-Spinat-Taschen und Rostbratwürstchen im Breznteig liebevoll verteilt sind. Aber, Halt! Das süße Gebäck, die Schokocroissants und Schokoladenkekse kommen in eine extra Schale.

Um 15 Uhr hat Verena Lachner, eine der drei Oberministranten der Pfarrei „Heilige Familie“ mit den Backen begonnen, nach und nach kamen immer mehr Helfer von Ministrantengruppe und Pfarrjugend dazu, so dass insgesamt 15 Leute voller Eifer werkelten. Nun um 20 Uhr drängt die Zeit, bald beginnt die Nachtschicht der Notaufnahme im Klinikum Harlaching. Finn Heien, auch ein Oberministrant, schleppt den prall gefüllten Korb zum Auto, Steffi und Viktoria nehmen das süße Gebäck und los geht’s zum Krankenhaus. Die anderen zwei Gruppen machen sich zur Schön Klinik und zur Polizei am St.-Quirin-Platz auf den Weg.

Die Welt ein Stück besser machen

Da Verena ihren Besuch im Klinikum Harlaching zuvor angekündigt hatte, wird sie schon von einer Krankenschwester erwartet, die sehr beeindruckt ist, mit welcher Menge an Köstlichkeiten die kleine Gruppe in der Notaufnahme ankommt. Im Aufenthaltsraum des Personals übergibt diese den Pflegern und Schwestern das Gebäck. Verena erläutert den Grund ihres Kommens, die 72-Stunden-Aktion, die „die Welt ein kleines Stück besser machen will“. Sie erklärt feierlich: „Wir wollen uns bedanken bei den Menschen, die sogar in der Nacht für uns ackern.“ Das versammelte Personal freut sich und greift gerne zu. Danach führt die leitende Hebamme Lydia Drozd durch Teile des Kreißsaals und bedankt sich mit ihrer Kollegin für das Gebäck. Auf die Frage, ob sie gerne nachts arbeitet, antwortet sie: „Die Kinder kommen, wann sie wollen. Und das ist meistens nachts.“

Spontaner Stopp am Taxistand

Nach einem Erfahrungsaustausch der drei Gruppen im Pfarrheim fährt ein Teil der Jugendlichen kurz entschlossen zum 72-Stunden-Projektbüro der Diözesanstelle des Bund Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ), um dort übrig gebliebenes Gebäck vorbei zu bringen. Katharina Thalhammer von der Diözesanen Steuerungsgruppe ist freudig überrascht und meint, wie gut es doch sei, dass das Aktionsbüro bis 22 Uhr offen sei. Nach einem spontanen Stopp am Taxistand des Ostbahnhofs, wo nicht alle Taxifahrer Interesse am Gebäck haben, kommen die Jugendlichen wieder am Pfarrheim an. Kurze Verschnaufpause bevor es ans Aufräumen der Küche und Planen für den nächsten Tag mit weiterem Backen und Verteilen, geht. Michael Reich, der dritte Oberministrant, resümiert für sich nach dem ersten Aktionstag: „Für mich wäre der Nachtdienst nichts, aber ich habe große Respekt vor den Leuten, die das machen!“ (Karola Braun)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Die 72-Stunden-Aktion

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