Freiwilliges Soziales Jahr Junge Menschen übernehmen Verantwortung

21.07.2021

Sich engagieren und Arbeitsluft schnuppern: Die Freiwilligen Sophie und Nicklas blicken auf ein prägendes Jahr zurück. Und das nicht nur wegen Corona.

"Freiwilliges Soziales Jahr" steht auf einer Tafel in Kreide geschrieben.
Das freiwillige Soziale Jahr bietet viele Möglichkeiten für junge Menschen, sich persönlich und beruflich weiterzubilden. © Sinuswelle - stock.adobe.com

München – „Ich wollte Erfahrungen sammeln, mich weiterentwickeln und vor allem mit Menschen arbeiten, die ich in meinem vorherigen Alltag anders wahrgenommen oder womöglich gar nicht gesehen hätte“, erzählt Sophie, die gerade für ein Jahr einen Freiwilligendienst im Erzbischöflichen Jugendamt gemacht hat. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist nach wie vor eine Möglichkeit, sich nach der Schule zu orientieren und gleichzeitig sozial zu engagieren. In der Regel dauert das FSJ zwölf Monate und erlaubt erste Schritte in den sozialen und karitativen Arbeitsmarkt. Nicklas hat sich für den Pflegeberuf interessiert und deshalb sein FSJ im Krankenhaus Barmherzige Brüder gemacht: „Da kann ich auch Menschen was Gutes tun und schauen, ob mir der Bereich liegt.“

Einsatz in katholischen Einrichtungen

Knapp die Hälfte der FSJ-Einsatzstellen im Erzbistum München und Freising sind Einrichtungen in katholischer Trägerschaft. Dazu gehören beispielsweise Kindertagesstätten, Jugendtreffs und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Zudem sind rund 20 Prozent der FSJ-Bewerberinnen und Bewerber Ehrenamtliche aus den katholischen Jugendverbänden in der Erzdiözese. Vermittelt, begleitet und beraten werden die Freiwilligen von einer Trägergemeinschaft aus dem BDKJ München und Freising und dem Caritas Diözesanverband der Erzdiözese München und Freising e.V.

Freiwilligendienst in Corona-Zeiten

Das vergangene Jahr lag im Schatten von Corona und erforderte auch bei den Freiwilligen ein gutes Durchhaltevermögen. Sophie war in der Jugendverbandsarbeit und in der offenen Jugendarbeit tätig und lernte dadurch auch gleich unterschiedliche Arbeitsweisen kennen, die in der Pandemie erforderlich waren. In der Verbandsarbeit wurde sehr viel digital gearbeitet, doch in der Jugendarbeit musste sie auch raus, um mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten: „Hier war tatsächlich die Herausforderung, dass durch die Einschränkungen nicht viele junge Menschen draußen waren und folglich auch schwieriger zu erreichen waren.“ Nicklas konnte im Krankenhaus trotz Einschränkungen einen guten Einblick bekommen: „Ich konnte viele Bereiche kennenlernen und den Krankenhaus Alltag ziemlich normal kennenlernen.“

Ein reicher Erfahrungsschatz

Durch die intensiven Arbeitserfahrungen eignen sich die Teilnehmenden viele Fähigkeiten an, die sie beruflich aber auch auf persönlicher Ebene bereichern. Nicklas hatte beispielsweise die Möglichkeit einen Chirurgen zu begleiten, was ihn nachhaltig beeindruckt hat. Im Ganzen hat ihn das FSJ auf vielen Ebenen geprägt: „Persönlich vor allem am meisten. Also ich bin viel erwachsener geworden, selbstständiger und konnte richtig viel Verantwortung übernehmen.“ Auch Sophie nimmt sehr viel aus der Jugendarbeit mit. Besonders, dass sie den Entwicklungsprozess vieler junger Menschen belgeiten konnte, war für sie sehr eindrücklich. Sie ist auch mutiger geworden: „Ich traue mich, mehr auf andere Menschen zuzugehen und Dinge oder Sichtweisen zu hinterfragen.“ Und wie geht es jetzt weiter? In diesem Jahr streben rund 70 Prozent der Teilnehmenden im Anschluss an das FSJ eine Arbeit im sozialen Bereich an. Auch Nicklas kann sich nun vorstellen, tatsächlich Medizin zu studieren. Sophie wird nun mit ihrer Ausbildung in der Stadtverwaltung beginnen. Aber in welches Amt es sie letztendlich verschlägt, lässt sie noch offen. (pm/ek)

Derzeit läuft die Bewerbungsphase für das FSJ-Jahr 2021/2022, das am 1. September dieses Jahres startet. Von den verfügbaren 100 Stellen, sind nur noch wenige Plätze frei. Wer sich also noch bewerben möchte, erfährt alles zum Bewerbungsverfahren unter fsj-münchen.de


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