Tierische Kirchenbesucher Jungstorch nistet auf Dach der Eisenhofener Kirche

20.08.2020

Rekord: Im Freistaat gibt es erstmals mehr als 700 Brutpaare von Weißstörchen. Auf dem Kirchturm in Eisenhofen hat ein Jungstorch das Licht der Welt erblickt.

Storch im Nest auf einem Dach, goldenes Kreuz direkt daneben
Jungstorch auf dem Dach der Kirche in Eisenhofen im Landkreis Dachau. © Cyrus Mahmoudi/ LBV Dachau

Hilpoltstein/Eisenhofen – Der Kirchturm in Eisenhofen ist das zuhause eines Jungstorchs. Laut Medienberichten ist es 20 Jahre her, dass ein Storch sich in dem Horst niedergelassen hat. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat dem jungen Vogel nun einen Erkennungsring angelegt. Seit vielem Jahren pflegt der Verbund guten Kontakt mit den Kirchengemeinden vor Ort. So kümmert er sich um Brutplätze von Dohlen, Falken und Fledermäusen in mehreren Kirchen im Landkreis.

Immer mehr Störche in Bayern

Erstmals gibt es im Freistaat mehr als 700 Brutpaare von Weißstörchen. Mindestens 100 Neuansiedlungen habe man dieses Jahr gezählt, hauptsächlich in Schwaben und Mittelfranken, teilte der LBV am Mittwoch im mittelfränkischen Hilpoltstein mit. 2019 waren demnach noch 634 Brutpaare in Bayern verzeichnet worden. "Da in Bayern ein Großteil des Storchenbestandes über eine ungefährlichere westeuropäische Route in den Süden zieht und oft schon in Spanien überwintert, gibt es bei uns immer mehr Störche", hieß es.

Schwarzstorch meidet menschliche Siedlungen

Zum Bruterfolg der Weißstörche erklärte der LBV, die Regenfronten im Mai und Juni hätten diesen weniger beeinflusst als anfangs befürchtet. Man erwarte nun eine zumindest durchschnittliche Bilanz. "In den Regierungsbezirken Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern haben etwa 30 Prozent der Storchenpaare keinen Bruterfolg. In Mittelfranken, Schwaben und Oberbayern ist dagegen mit gutem Bruterfolg zu rechnen."

In Bayern und auch im übrigen Deutschland gibt es neben dem Weißstorch noch eine weitere Storchenart: den Schwarzstorch. Er trägt ein schwarzes Gefieder mit metallisch-grünem Schimmer, sein Bauch ist weiß. Anders als der etwas größere Weißstorch meidet der Schwarzstorch menschliche Siedlungen. Der Schwarzstorch brütet versteckt in 10 bis 20 Meter hohen Bäumen, weshalb er auch Waldstorch genannt wird. (kna/eom/kas)


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