Marx in Maria Eich Kardinal besucht Senioren und Caritas-Mitarbeiter

13.12.2019

Seinen traditionellen vorweihnachtlichen Besuch hat der Münchner Oberhirte heuer dem Caritas- Altenheim Maria Eich in Krailing (Lkr. Starnberg) abgestattet. Als Weihnachtsgeschenk übereichte Marx 10.000 Euro für die Einrichtung.

Kardinal Marx mit Weihnachtsstern und Kissen. Daneben Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum, Krailings Bürgermeister Rudolph Haux und Heimleiterin Diana Sturzenhecker (v.l.). © Kiderle

Krailing – „Das macht Spaß, so ein Haus zu besuchen!“ - lachend und sichtbar entspannt ließ sich der Kardinal das Haus zeigen, besuchte die „Wollwerkstatt“ mit ihren Handarbeitsangeboten und führte ein ausführliches Gespräch mit den Mitarbeitern des Altenheims. Die Atmosphäre in Maria Eich behagte dem Münchner Erzbischof. In der Kapelle sang der Kardinal mit den Senioren Advents- und Weihnachtslieder und ließ es sich nicht nehmen, im Speisesaal kurz vor dem Mittagessen den Zuhörern einen weihnachtlichen Impuls mitzugeben.

Konsequent am Bewohner orientiert

Im Gespräch mit leitenden Mitarbeitern zeigte sich Marx besonders interessiert an dem Konzept der „konsequenten Bewohnerorientierung“. Heimleiterin Diana Sturzenhecker erklärte, damit sei gemeint, dass der Bewohner als Individuum gesehen werde. Die Mitarbeiter schauten genau hin, was jeder einzelne brauche oder wolle. Wenn jemand etwa mit etwas wärmerem Wasser gebadet werden oder länger schlafen wolle, nehme man darauf Rücksicht. „Bei uns kann man auch im Bademantel frühstücken!“, so Sturzenhecker. Bei der Vorstellung des Hauses mit seinen 164 Bewohnern betonte die Heimleiterin, wie gut das Zusammenspiel der einzelnen Berufsgruppen von Hauswirtschaft bis zur Pflege sei. „Die vielen Schüler und Bundesfreiwilligendienstler bringen frischen Wind ins Haus“, ist Diana Sturzenhecker überzeugt.

Selbständigkeit auch für Demenzkranke

Oberstes Ziel der Arbeit mit den Bewohnern ist es, die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Das gelte auch für die Senioren mit Demenz, so Heimleiterin Sturzenhecker. Hier gibt es in Maria Eich ein offenes Konzept: Die dementen Bewohner können sich frei bewegen, tragen aber Funkarmbänder. Deren Signal informiert die Mitarbeiter, falls einer der Senioren den Wohnbereich verlassen will.

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Kardianl Reinhard Marx in der Wollwerkstatt © Kiderle

Heimleiterin Sturzenhecker zeigte Kardinal Marx auch die neue Plakataktion der Caritas „Wie willst Du leben im Alter?“ Auf den Bildern in Postergröße sind Mitarbeiter in verschiedenen Situationen abgebildet. Sie sollen sich beim Betrachten der Poster fragen, wie sie ihre pflegende Tätigkeit angehen und was sie sich als Bewohner/Patient wünschen würden. Das soll auch dabei helfen, das Prinzip der „konsequenten Bewohnerorientierung“ zu intensivieren und die eigene Arbeit zu hinterfragen.

Vorgezogenes Christkind

Kardinal Reinhard Marx machte noch einmal deutlich, welchen tieferen Sinn der vorweihnachtliche Besuch hat: man wolle auf die Mitarbeiter in der Pflege und ihre Situation schauen. „Was ich erlebt habe, ist eine motovierte Gemeinschaft, die wirklich an den Bewohnern orientiert ist.“ Als Zeichen der Ermutigung hatte der Kardinal bereits im Vorfeld dem Altenheim eine Spende zukommen lassen: 10.000 Euro erhielten die Mitarbeiter, das Geld ist zum Teil in eine Massageliege für Bewohner und Mitarbeiter investiert worden. Darüber hinaus sollen damit Teambildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter finanziert werden. Im Gegenzug bekam Marx einen riesigen Weihnachtsstern aus Papier und ein Kissen. Er werde immer an das Altenheim in Krailing denken, wenn er seinen Kopf auf das Kissen bette, so der Erzbischof. Der Kardinal erinnerte an den Symbolgehalt des Weihnachtsbesuchs: es gehe darum, ein Zeichen zu setzen für Menschlichkeit, sein Herz zu öffnen für die Alten, Schwachen und Armen. Da passte der Eindruck einer Bewohnerin ganz gut dazu: im Altenheim Maria Eich werde der Glaube sehr stark praktiziert, der Kardinal habe Mut gemacht, daran festzuhalten. Sein Besuch sei das „Tüpfelchen auf dem i“ gewesen.

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@st-michaelsbund.de


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