Autoattacke in Münster Kardinal Marx entsetzt über Todesfahrt

07.04.2018

Bei einer Attacke mit einem Fahrzeug gab es in Münster Tote und Verletzte.

Polzei und Rettungskräfte sind nach der Autoattacke im Einsatz.
Polzei und Rettungskräfte sind nach der Autoattacke im Einsatz. © imago

Bonn – Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat betroffen auf den tödlichen Vorfall in Münster reagiert. "Die Nachricht darüber, dass in Münster ein Fahrer in eine Menschengruppe raste und Menschen getötet und weitere teils schwer verletzt hat, bestürzt mich zutiefst", sagte Marx am späten Samstagabend.

Geliebte Angehörige, gute Freunde und Bekannte blieben zurück und könnten nicht begreifen, was geschehen sei. "Ihnen allen, den Verletzten sowie deren Familien gilt unser tiefes Mitgefühl", so der Kardinal. "Meine Gedanken und Gebete sind in diesen schweren Stunden bei ihnen, meine Gebete gelten den Toten und allen Betroffenen - und mit mir auch die aller Bischöfe der Deutschen Bischofskonferenz."

Katholikentag dürfte von den Ereignissen geprägt werden

Vom 9. bis 13. Mai findet in Münster der Katholikentag unter dem Motto "Suche Frieden" statt. Dieser dürfte von den Ereignissen am Samstag geprägt werden. Veranstalter ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Präsident Thomas Sternberg zeigt sich entsetzt. "Der Vorfall in der Katholikentagsstadt in der Osterwoche macht mich fassungslos. Als ZdK und Katholikentag beten wir für die Angehörigen der Opfer und Verletzten."

Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx © Kiderle

Welche Konsequenzen die tödliche Lastwagenfahrt für den geplanten Katholikentag hat, ist unklar. "Wir sind mit der Polizei in Kontakt", sagt ZdK-Sprecher Theodor Bolzenius der Katholischen Nachrichten- Agentur (KNA). "Jetzt müssen wir erst einmal der Opfer gedenken." Danach werde man sich zu dem Thema Sicherheit während des Treffens in der Westfalenmetropole äußern.

Am Samstag ist in Münster ein Kleintransporter in eine Menschengruppe gerast. Laut Polizei wurden dabei etwa 20 Menschen verletzt, 6 davon schwer. Das Bundesinnenministerium sprach von insgesamt 4 Toten. Den Angaben zufolge tötete sich der mutmaßliche Täter selbst. Ob es sich aber um einen Terroranschlag handelte, war zunächst unklar. Nach Medienberichten vom Abend handelt es sich bei dem Täter um einen psychisch labilen Deutschen ohne terroristischen Hintergrund. (kna)


Das könnte Sie auch interessieren

Roland Vilsmaier ist Geschäftsführer des Katholikentags.
© Katholikentag/Malzkorn

Amokfahrt von Münster Sicherheitskonzept für den Katholikentag wird überprüft

Auf Herz und Nieren soll das ausführliche Sicherheitskonzept nochmals überprüft werden, so Katholikentags-Geschäftsführer Roland Vilsmaier gegenüber mk online. Außerdem will man bei einer eigens...

09.04.2018

© Malteser EMF

Malteser Momente Erste Hilfe für die Seele: die Malteser Kriseninterventions-Helfer

Sie stehen Menschen bei, die unerwartet etwas Schreckliches erlebt haben: die Kriseninterventions-Helfer der Malteser. Wie die Ehrenamtlichen auf ihre Einsätze vorbereitet werden, hören sie hier.

03.12.2017

© Imago

Nach dem Anschlag Krisenseelsorger am OEZ

Ein Kriseninterventionsteam betreut weiterhin Betroffene des Anschlags beim Münchner OEZ. Nach der Kranzniederlegung heute Nachmittag stehen sie für seelsorgerliche Gespräche bereit.

23.07.2016

Zugunglück bei Bad Aibling Vom Trauma in die Trauer finden

Notfallseelsorger Hermann Saur erklärt im Interview, was für Opfer und Angehörige des Zugunglücks jetzt wichtig ist

12.02.2016

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren