Geistliches Ereignis Kardinal Marx erinnert beim Lichtmess-Gottesdienst an Synodalen Weg

03.02.2020

1997 hat Papst Johannes Paul II. das Fest „Darstellung des Herrn“ zum Tag des Gott geweihten Lebens erklärt. Das feierten viele Ordensmitglieder im Münchner Liebfrauendom.

Ordensfrauen mit Kerzen im Münchner Liebfrauendom.
Ordensleute verschiedener Gemeinschaften feierten im Münchner Liebfrauendom den Tag des Gott geweihten Lebens. © Kiderle

München – Der Liebfrauendom ist abgedunkelt, die Beleuchtung gedämpft. Traditionell beginnt der Lichtmess-Gottesdienst unter der Orgelempore, wo Kardinal Reinhard Marx die Kerzen segnet. Es erklingt das Lied „Morgenstern, der finstern Nacht“, (Gotteslob 372). „Komm herein, leucht in meines Herzens Schrein“ wird Jesus angerufen: „Du erleuchtest alles gar, was jetzt ist und kommt und war, voller Pracht wird die Nacht, weil dein Glanz sie angelacht“.

Der Kardinal greift diese Worte auf, wenn er zur Segnung erklärt, die Kerzen mögen „Zeugnis geben von dem Licht, von dem wir gesungen haben“. Der Erzbischof begrüßt besonders auch die Ordensleute aus verschiedenen Gemeinschaften und die Mitglieder der Säkularinstitute, die den „Tag des geweihten Lebens“ begehen. „Alle sind wir gemeinsam unterwegs, um das Licht des Evangeliums, das uns anvertraut ist, zum Leuchten zu bringen“, sagt Kardinal Marx.

Für die Ordensberufungen danken

Der heilige Papst Johannes Paul II. rief 1997 das Fest „Darstellung des Herrn“ zum Tag des Gott geweihten Lebens aus. Damit wollte er Gott für die Ordensberufungen danken und zugleich die Kenntnis und Wertschätzung des geweihten Lebens innerhalb der Kirche fördern. Dieses Anliegen wird auch im Münchner Liebfrauendom bedacht. Ebenso fällt auf diesen Abend auch der zwölfte Jahrestag der Amtseinführung von Marx als Münchner Erzbischof. Er bittet die Anwesenden ihn auch zukünftig für seinen Dienst im  Gebet zu begleiten.

Mit dem Ruf „Lasset uns ziehen in Frieden, Christus, dem Herrn entgegen!“ setzt sich die Lichterprozession durch den Liebfrauendom in Bewegung. Zahlreich sind die Kinder und Jugendlichen der Mädchenkantorei und der Domsingknaben erschienen, die den Lichtmessgottesdienst traditionell musikalisch gestalten. Im Anschluss an die Prozession stellen sie sich auf den Stufen zum Altarraum auf, während die Ordensleute im Chorgestühl des Altarraumes Platz nehmen dürfen.

Ein geistliches Ereignis

In seiner Predigt ruft der Kardinal nochmals die Anwesenden dazu auf, „Zeugnis zu geben für Jesus, der sich nicht schämt, unser Bruder genannt zu werden“. Dass viele Menschen bereit seien, dieses Zeugnis abzulegen, habe sich bei der Eröffnung des Synodalen Wegs vom vergangenen Donnerstag bis Samstag gezeigt, sagt der Kardinal: Im Gottesdienst, den geistlichen Impulsen und im gemeinsamen Gebet sei immer wieder deutlich geworden, dass der Auftakt zum Synodalen Weg vor allem „auch ein geistliches Ereignis“ gewesen sei.

Kardinal Marx kritisiert, dass häufig „verharmlosend“ von Gott gesprochen werde – „als sei er unser Nachbar. Aber Vorsicht: Gott ist das absolute Geheimnis“, mahnt der Kardinal mit den Worten des großen Theologen Karl Rahner SJ. Aber auch wenn Gott letztlich unbegreiflich bleibe, so habe er sich doch „zugänglich gemacht in der Gestalt Jesu: Das ist die Einladung, die im christlichen Glauben ergeht“.

Der Kardinal erinnert an den Wallfahrtsort Birkenstein, an dem die Pilger die aus Holz geschnitzte Christkindfigur in die Hände gelegt bekommen und davon oft sehr bewegt seien. Darin bestehe das Geheimnis der Menschwerdung, erläutert der Erzbischof: In Jesus erscheine das Geheimnis Gottes „anziehend und doch erschütternd, unbegreiflich und doch so nah“. So durfte es auch der im Lukas-Evangelium geschilderte greise Simeon erfahren, der Jesus als Sohn Gottes, das kleine Kind in die Hände nimmt und ihn dabei „Messias des Herrn“ und „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“ nennt.

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de


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