Gottesdienst in St. Maria Thalkirchen Kardinal Marx feiert Abschluss des Frauendreißigers

15.09.2021

30 Tage von Mariä Himmelfahrt bis zum Fest der Kreuzerhöhung wird der traditionelle Frauendreißiger begangen. Kardinal Reinhard Marx richtete in seiner Predigt den Blick auf das Kreuz.

Kardinal Reinhard Marx am Altar
Kardinal Marx feierte einen Gottesdienst zum Abschluss des Frauendreißigers in der Wallfahrtkirche St. Maria Thalkirchen. © Kiderle

München – Kardinal Reinhard Marx hat auch mit Blick auf gesellschaftliche wie kirchliche Debatten auf das „Lebensgesetz Jesu“ verwiesen, das im Kreuz sichtbar werde: „Wer sein Leben gewinnen will, wird es verlieren, wer es verliert um Jesu willen, wer sich öffnet, wer der neue Mensch wird, wer den alten Adam hinter sich lässt in der Kraft der Gnade Gottes, der wird Wege eröffnen in die Zukunft, in die Lebensfülle, in die Hoffnung“, so der Erzbischof von München und Freising bei einem Gottesdienst zum Abschluss des Frauendreißigers am Fest Kreuzerhöhung, Dienstag, 14. September, in der Wallfahrtskirche St. Maria Thalkirchen in München. Der Frauendreißiger beginnt traditionell am Fest Mariä Himmelfahrt, 15. August, und wird mit täglichen Gottesdiensten, Andachten und Rosenkranzgebeten bis zum Fest Kreuzerhöhung begangen. 

Bei der Suche nach dem „Weg der Kirche, der so heftig diskutiert wird heute“, ist es nach Ansicht von Kardinal Marx wichtig zu unterscheiden: „Was ist das, was stirbt und vielleicht auch sterben muss, wo hängen wir vielleicht auch an uns selber und unseren Vorstellungen, und wo ist der Weg, den Gott uns weist, wo ist der Weg, der österlich ist, der Weg, der Leben schenkt.“ Dieser Weg sei zu finden „im Gebet und im Blick auf das Kreuz“, so Marx.

Der Blick auf das Kreuz

Und auch im alltäglichen Leben sei es entscheidend zu begreifen, dass nicht befreit oder gerettet werde, wer „nur um sich selbst kreist“, betonte der Erzbischof. Sünde bedeute, „verkrampft zu sein in sich selbst. Und als wichtigstes Wort des eigenen Lebens die drei Buchstaben auszurufen: Ich. Das ist der Tod des Menschen, die Sackgasse.“ Dagegen zeige der Blick auf das Kreuz: „Wer sein Leben gibt, wird es gewinnen.“ Dieses „Programm, das in Jesus von Nazareth sichtbar wird, in seinem Leben, in seinem Leiden, in seinem Auferstehen“, müsse auch wirklich vollzogen werden: „In den Sakramenten natürlich, in der Feier der Heiligen Geheimnisse, aber dann auch im Leben. Was wir in der Kirche tun, ist ja nicht losgelöst von dem, was in der Welt geschieht und in unserem Alltag.“

Schließlich habe der Blick auf das Kreuz nicht nur eine spirituelle Dimension. Im Blick auf das Leben Jesu werde klar, dass die Welt nicht dadurch besser werde, „indem Mächtige sich durchsetzen, indem nur Wirtschaftsinteressen zählen, indem die Mehrheiten über die Minderheiten hinwegtrampeln.“ Demgegenüber stehe die Botschaft Jesu, die helfe, „auch das Leben in den anderen Dimensionen besser zu machen. Ein Blick auf diesen Horizont zu werfen, der uns ermöglicht, uns zu engagieren in den Zusammenhängen in unserer Welt. Der Blick auf das Kreuz ist also auch ein Auftrag, eine Sendung für die, die dazu berufen sind, bis in die Politik oder bis in die Gesellschaftsgestaltung hinein.“ (ck)


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