150 Jahre TU München Kardinal Marx: Forschung braucht auch Moral

13.04.2018

Es gibt mehr Zugänge zur Wirklichkeit als naturwissenschaftliche Erkenntnis.

Kardinal Marx beim Festgottesdienst.
Kardinal Marx beim Festgottesdienst. © Kiderle

München – Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat davor gewarnt, Forschung allein unter wirtschaftlichen und technologischen Gesichtspunkten anzuwenden. "Der technologische Imperativ 'Alles, was wir machen können, sollen wir auch tun', der ökonomische Imperativ 'Alles, was man zu Geld machen kann, soll man auch machen', verbunden mit einer Moraltheologie des minus malum, des kleineren Übels, das führt uns sicher in den Abgrund", sagte Marx laut Mitteilung vom Freitag beim Festgottesdienst zum 150-jährigen Bestehen der Technischen Universität (TU) München am Donnerstag. Das sei keine Theorie, es handle sich vielmehr um reale Mächte dieser Welt.

Verhältnis von Glaube und Vernunft

Es gebe mehr Zugänge zur Wirklichkeit als naturwissenschaftliche Erkenntnis und Empirie, so Marx weiter. "Es gibt die Kunst, es gibt die Liebe, es gibt viele Erfahrungen, die wir machen, die auch Wissen sind - andere Arten des Wissens." Es gelte, das spannungsvolle Verhältnis von Glaube und Vernunft fruchtbar zu machen. Schließe sich letztere ab und begrenze sich auf das empirisch Fassbare, auf das ökonomisch Verwertbare, werde sie den Menschen nicht dienen. "Ein Glaube, der sich der Verantwortung vor der Vernunft nicht stellt, dem Nachdenken nicht stellt, der Kritik nicht stellt, wird zur Sekte, wird im falschen Sinne museal", betonte der Kardinal. (kna)


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