Bischöfe an Karfreitag Kardinal Marx: Kreuz gehört in Schulen und Gerichtssäle

03.04.2015

Ein Kreuz soll nach Meinung des Münchner Kardinals Reinhard Marx weiter in Schulen und Gerichtssälen hängen. Für Christen bedeute das Zeugnis des Kreuzes, "dass sie Empathie empfinden, den Schwachen und Sterbenden beistehen sollen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Karfreitag im Münchner Liebfrauendom.

(Bild: Sankt Michaelsbund/Schmid)

München - Das Kreuz sei aber "weder ein Talisman, noch ein Kampfinstrument". Es sei vielmehr das Zeugnis eines Gottes, dem kein Leid gleichgültig ist. Marx widersprach einem Atheismus, der angesichts der Erfahrung von Leid und Tod in der Welt die Existenz Gottes abstreite und christliche Symbole verbannen wolle.

Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick betonte, das Kreuz habe seine Bedeutung für eine humane Gesellschaft und eine gute Zukunft. "Wir dürfen Kreuze nicht abhängen, sondern müssen Inhalt und Sinn des Kreuzes auch den Nichtchristen, Muslimen, Juden und allen Menschen mit und ohne Religion und Glauben erklären." Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann sagte, Menschen, die das Kreuz aus dem öffentlichen Raum verbannen wollten, fühlten sich dadurch gestört, da es dem Wunsch entgegenstehe, sich ins Vergnügen zu stürzen und zu betäuben.

Kreuz gehört in den Alltag

Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger erklärte, das Kreuz gehöre in die Schule, in die Krankenhäuser und in den Alltag der Menschen. Wo junge Menschen keine Antwort mehr bekämen, "entsteht geistige Not". Auch Kranke und Sterbende müssten mit Hoffnung auf den leidenden Christus blicken können.

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen bezeichnete in einem Gastbeitrag auf katholisch.de das Kreuz als wesentliches Symbol menschlichen Lebens. Wo in einer Gesellschaft das Kreuz nicht mehr vorkommen dürfe, werde Leid versteckt.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass das Bundesverfassungsgericht in diesem Jahr entgegen seiner Ankündigung nicht mehr erneut über die Rechtmäßigkeit von Kreuzen in Klassenzimmern entscheidet. Ein Augsburger Grundschullehrer hat seine diesbezügliche Verfassungsbeschwerde nach mehreren juristischen Niederlagen zurückgezogen. Der aus der Kirche ausgetretene Pädagoge scheidet im Sommer aus dem Schuldienst aus. (kna)


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