Diakonenweihe Kardinal Marx: Nähe zu den Menschen entscheidend für Seelsorge

03.10.2021

Wie soll Seelsorge der Zukunft aussehen? Darauf ging Kardinal Reinhard Marx bei der Weihe von sieben Männern zu Diakonen ein.

Diakonenweige im Münchner Liebfrauendom
Sieben Männer haben im Münchner Liebfrauendom die Diakonenweihe empfangen. © Kiderle

München – Die Nähe zu den Menschen muss nach Ansicht des Münchner Kardinals Reinhard Marx im Mittelpunkt künftiger Seelsorgekonzepte stehen. Gerade die Pandemie habe "noch einmal ganz deutlich gezeigt: Nähe ist lebensnotwendig", sagte Marx am Samstag bei der Weihe von sieben Männern zu Diakonen in München. Entsprechend müsse "soziale Freundschaft" Grundlage jeder Pastoral sein: "Ohne dieses Element wird unsere Seelsorge keine Frucht bringen".

So komme auch das christliche Menschenbild zum Ausdruck, das "darauf gebaut ist, dass ich nie 'Ich' sage ohne 'Du'". Freundschaft bedeute in dieser Hinsicht das Gegenteil von Belehrung und Besserwissen. "Freundschaft heißt: ich biete mich an als Begleiter, ich will dich verstehen, ich höre zu." Die Diakone seien gerufen, sich in dieser Weise vor allem denen zuzuwenden, die am Rand stünden, etwa den Armen, den Kranken, den Sterbenden, den Obdachlosen, den Flüchtlingen.

Weihe für Familienväter

Die neu geweihten Diakone sind zwischen 39 und 55 Jahre alt, der größte Teil von ihnen ist verheiratet und hat Kinder. Die Bandbreite ihrer Berufe reicht vom Versicherungskaufmann über Elektro- und Maschinenbauingenieur bis zum Fachinformatiker und Betriebswirt. Auch ein Religionspädagoge und Fahrlehrer ist dabei.

Im Erzbistum München und gibt es nun insgesamt 295 Ständige Diakone. 128 von ihnen wirken als hauptberufliche Diakone, 56 als Diakone mit Zivilberuf, 111 sind bereits im Ruhestand. 31 weitere Männer befinden sich laut Mitteilung derzeit in Ausbildung.

Diakone widmen sich insbesondere dem Dienst am Menschen und der Sorge für in Not geratene, kranke und alte Menschen. Insbesondere Diakone mit Zivilberuf sind auch in ihrer Arbeitsumgebung als Seelsorger präsent. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hatte die Diakonenweihe als eigene Stufe des Weihesakramentes neben der Priester- und der Bischofsweihe erneuert. Im Erzbistum München und Freising gibt es ständige Diakone seit 1970. Seit Jahrzehnten wird in der katholischen Kirche diskutiert, ob das Amt künftig auch Frauen offenstehen soll. Papst Franziskus hat dazu inzwischen eine weitere Studienkommission eingerichtet.(kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Synodaler Weg

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