Weltversammlung in Lindau Kardinal Marx: Religionen sind Teil der Lösung

21.08.2019

Am Dienstag wurde in Lindau die 10. Weltversammlung der Organisation „Religions for Peace“ eröffnet. Bis Sonntag diskutieren die Teilnehmer aus 100 Ländern über die Rolle von Religionen für weltweite Friedensbemühungen.

Kardinal Reinhard Marx.
Kardinal Reinhard Marx. © imago

Lindau – Kardinal Reinhard Marx erwartet, dass von der Weltversammlung der Organisation „Religions for Peace“ in Lindau wichtige Impulse ausgehen. „Die Botschaft muss sein: Religionen sind Teil der Lösung der Probleme der Welt und nicht Teil des Problems“, sagte der Münchner Erzbischof am Rande der Eröffnungsveranstaltung. „Sie sollen Menschen zueinander führen und Sensibilität für andere Kulturen und Überzeugungen wecken.“ Religionen dürften niemals auftreten im Sinne von Krieg, Gewalt und Gegeneinander. „Sie bringen das Miteinander voran.“

Lösungen für Konflikte

Um dieses Miteinander soll es in Lindau noch bis Sonntag gehen. Laut eigenen Angaben ist die Versammlung von „Religions for Peace“ die größte interreligiöse Konferenz der Welt. 900 Teilnehmer aus 100 Ländern treffen sich in diesen Tagen in der Stadt am Bodensee. Vertreter von 17 Religionen kommen ins Gespräch, knüpfen Kontakte und sollen Lösungsansätze für Konflikte suchen. Mit dabei sind unter anderem Konfliktparteien aus Nord-und Südkorea sowie Myanmar und Bangladesch.

Für Kardinal Reinhard Marx ist es sehr wichtig, dass sich verschiedene Religionen in Lindau an einen Tisch setzen. „Das ist nicht so selbstverständlich, dass Religionen anerkennen: Der andere hat auch etwas beizutragen.“ Viele würden einfach in ihren eigenen Kreisen bleiben. Und deswegen sei es gut, dass es Bewegungen wie „Religions for Peace“ gebe, betonte er.

Erstmals in Deutschland

Gegründet wurde die Organisation 1961 als Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg und die atomare Bedrohung im Kalten Krieg. Die Weltversammlung in Lindau ist die zehnte ihrer Art und findet erstmals in Deutschland statt. Zwar sei es für die Botschaft der Konferenz nicht wichtig, wo sie stattfinde, sagte Kardinal Reinhard Marx. „Aber, dass `Religions for Peace` hier tagt, hat dennoch eine Bedeutung für uns. Sie wird dadurch in Bayern und Deutschland stärker wahrgenommen.“

Neben dem allgemeinen Dialog der Religionen für den Frieden hat die Konferenz in Lindau zwei konkrete Ziele. Zum einen soll ein Projekt auf den Weg gebracht werden, mit dessen Hilfe Frauen in Afrika vor sexueller Gewalt geschützt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden können. Zum anderen geht es um den Schutz religiöser Stätten weltweit.

Der Autor
Lukas Schöne
Radio-Redaktion
l.schoene@st-michaelsbund.de


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