Jahr des Glaubens Kardinal Marx „überrascht“ von Freiburger Vorgehen

08.10.2013

Während der heutigen Katechese mit Kardinal Marx war das Hauptanliegen der Gläubigen der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Auf das Freiburger Vorgehen angesprochen, erklärt Kardinal Marx, dass er überrascht gewesen sei. Seiner Meinung nach, sei das keine Sache, die ein Bistum alleine regeln könne.

Kardinal Marx während der Katechese in Fürstenfeldbruck (Bild: Sankt Michaelsbund)

Fürstenfeldbruck – Im Rahmen einer Katechese auf das Vorgehen des Erzbistums Freiburg im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen angesprochen, erklärt Kardinal Marx, dass auch er auch davon „überrascht“ wurde. Er halte das Thema für sehr drängend, sagte er. Aber es müsse so geklärt werden, dass es Bestand habe.

Der Erzbischof von München und Freising erklärte, dass dies keine Sache sei, die ein Bistum alleine regeln könne. Er sehe die Ereignisse im Erzbistum Freiburg als Diskussionsbeitrag in einem Prozess. Die Deutsche Bischofskonferenz sei bei dem Thema "auf einem gemeinsamen Weg". Im Erzbistum München-Freising gebe es dazu schon seit Monaten eine Arbeitsgruppe.

Darüber hinaus plädierte Marx für differenziertere Formulierungen. Es müsse die Frage gestellt werden, "wie gehen wir um mit einem neuen Lebensanfang". Im Vordergrund dürfe nicht das Scheitern und die Verfehlung stehen. In der Vergangenheit seien Menschen sehr verletzt worden durch die Formulierung, sie lebten im Zustand schwerer Sünde. Fest stehe: "Sie gehören zur Kirche."

Mit rund 250 Gläubigen hat der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, über Vergebung und Versöhnung gesprochen. Das Glaubensgespräch hat in der Tenne des Veranstaltungsforums auf dem Klosterareal Fürstenfeld stattgefunden, Die Veranstaltung war die fünfte einer sechsteiligen Reihe zum „Jahr des Glaubens“. (kna/kas)


Einen Beitrag zur Katechese hören sie am Mittwoch (9.10) um 13.44 Uhr, 16.44 Uhr und 22.44 Uhr auf dem Münchner Kirchenradio.


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