Priesterliche Lebensform Kardinal Marx: Zölibatäre Priester bleiben wichtig

07.02.2020

Unverheiratete Priester muss es auch weiterhin geben. Davon ist Kardinal Reinhard Marx überzeugt. Doch was sagt er zu anderen Zugangswegen zum Weiheamt?

Kardinal Reinhard Marx ist im Profil zu sehen. Er hat einen kurzen weißen Bart und trägt eine Brille.
Kardinal Reinhard Marx hält am Zölibat fest. © imago images / photothek

Nürnberg – Die katholische Kirche bleibt nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx auf unverheiratete Priester angewiesen. "Es geht nicht um die Abschaffung des Zölibats, da bin ich nicht dabei", sagte Marx mit Blick auf aktuelle Reformdebatten am Donnerstag in Nürnberg. Ob es andere Zugangswege zum Weiheamt gebe, "werden wir sehen", fügte er hinzu. Eine "Weiterentwicklung" und Öffnung für neue Lebensformen werde aber die Bedeutung des zölibatären Priesteramtes nicht schmälern.

Auch künftig müsse es unter den Priestern Männer geben, die brüderlich und väterlich für die Menschen da seien und "nicht Häuser bauen und eine Familie gründen wollen", sagte Marx. Der Kardinal äußerte sich in einem Festgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen des Klerusverbands, einem Zusammenschluss von Priestern und Diakonen aus Bayern und der Pfalz.

Priester sollen nicht an Identität klammern

Marx erinnerte in seiner Predigt an die Gründung, die vom damaligen Münchner Kardinal Michael von Faulhaber angeregt worden war. Für Faulhaber sei es 1920 "außerhalb seiner Vorstellungskraft" gewesen, dass es einmal verheiratete Diakone geben könnte. Die Priester sollten sich daher auch heute nicht ängstlich an ihre Identität klammern, sondern mutig nach vorn schauen. Dabei erinnerte er an das Jesuswort: "Wer sein Leben retten will, wird es verlieren."

Der Kardinal bekannte, in den 40 Jahren seines priesterlichen Lebens sei das Geheimnis Gottes für ihn größer geworden, die Gestalt Jesu Christi "bunter, vielfältiger, auch attraktiver", die Kirche dagegen "etwas weniger wichtig". Priester sollten von Jesus so sprechen, dass spürbar werde: "Da ist eine Person, die mich nicht in Ruhe lässt."

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